Lorenzo am Freitag Schnellster, Rossi kämpft

Jorge Lorenzo © Bild: APA/AFP/JAVIER SORIANO

Valentino Rossi fuhr die fünftschnellste Zeit, geht mit sieben WM-Punkten Vorsprung ins letzte Rennen.

Jorge Lorenzo hat am Freitag in den ersten beiden Trainings Bestzeit für den entscheidenden Lauf der MotoGP am Sonntag in Valencia erzielt. Der in der Fahrer-WM sieben Punkte hinter WM-Spitzenreiter Valentino Rossi liegende Spanier war auf seiner Yamaha in 1:31,111 Min. knapp schneller als Landsmann Marc Marquez auf der Honda. Rossi, der vom letzten Platz aus starten muss, wurde Fünfter.

Rossis Einspruch gegen die Strafe von Malysia und die daraus entstandene Rückversetzung nach ganz hinten war am Donnerstag vom CAS in Lausanne abgelehnt worden. Trotzdem will der italienische Motorrad-Superstar beim WM-Finale das scheinbar Unmögliche möglich machen. "Mein Traum war es natürlich, unter normalen Umständen um den Titel zu kämpfen", erklärte der neunfache Weltmeister und kündigte nach dem Rückschlag am Grünen Tisch an: "Ich werde bis zum Schluss kämpfen. Wir versuchen, den Rückschlag in positive Energie umzuwandeln."

Herzschlagfinale

Beim mit über 110.000 Fans ausverkauften WM-Finale in Valencia am Sonntag (14.00 Uhr/live Eurosport, ORF Sport +) ist die Ausgangslage in der MotoGP klar. Noch führt Rossi mit einem Vorsprung von sieben Punkten vor seinem spanischen Yamaha-Teamkollegen Lorenzo. Bei einem Erfolg von Lorenzo muss Rossi Zweiter werden, um doch noch zum achten Mal Weltmeister in der höchsten Motorrad-Klasse zu werden.

Dass in einem WM-Finale alles passieren kann, weiß Rossi nur zu gut. 2006 kam er auch als Spitzenreiter nach Valencia, stürzte und verlor den Titel noch an Nicky Hayden. Schützenhilfe von den anderen 25 Fahrern erwartet Rossi nicht: "Jeder fährt sein eigenes Rennen, das ist normal. Jetzt bin ich gefordert." Herausfordern will er seine Kontrahenten auch weiterhin: "Ich werde auch 2016 fahren. Und nach der Saison 2016 werde ich überlegen, ob ich weitermache oder nicht."

Reue

Hatte Rossi bisher bestritten, Titelverteidiger Marc Marquez vor zwei Wochen beim Rennen in Sepang absichtlich zu Fall gebracht zu haben, zeigte er nach dem CAS-Urteil zumindest ein bisschen Reue. "Ich bereue, dass ich in dieser Kurve zu weit gegangen und nicht meine normale Linie gefahren bin", meinte Rossi, der nach seinem Rempler von vielen Medien, vor allem aber der heimischen Presse, scharf kritisiert worden war.

Der für seine teils fast unmöglichen Manöver berüchtigte Marquez, dem viele Beobachter eine Mitschuld an dem Vorfall gaben, ist sich weiter keines Fehlers bewusst: "Ich bereue nur, dass ich nicht ins Ziel gekommen bin."

Nach Sepang hatte der Spanier Anfeindungen im Internet und Morddrohungen über sich ergehen lassen müssen. Zudem gab es eine Rangelei mit italienischen TV-Journalisten, die in sein Haus eindringen wollten. "Es waren die schwierigsten Wochen meines Lebens", bekannte der 22-Jährige, der es bereits geschafft hat, als Letzter zu starten und dennoch zu gewinnen. In Valencia will er fahren wie immer - auf Sieg.

Titelanwärter Lorenzo indes äußerte sich nicht zum Thema Rossi-Marquez, zumal die Fahrer von den Verbands-Bossen einen Maulkorb verpasst bekamen. "Ich bin glücklich, um meinen dritten MotoGP-WM-Titel kämpfen zu können", meinte Lorenzo.

( Agenturen , ab ) Erstellt am 06.11.2015