Ein Haufen Silberlinge: Weltmeister Hamilton ist bereit für den Saisonstart, sein Mercedes bald.

© /Mercedes-Benz/Daimler AG

Formel 1
03/12/2015

Licht ins Dunkle der Formel-1-Glitzerwelt

Das erste Rennwochenende 2015 naht. Regeln gibt es viele, Favoriten einige - der KURIER klärt auf.

von Philipp Albrechtsberger

Der Zweite war der Erste. Vizeweltmeister Nico Rosberg eröffnete gestern in Melbourne den regen Reigen an PR- und Sponsor-Terminen vor dem ersten Grand Prix der Saison. Zu Ehren des deutschen Vorjahressiegers gondelt nun eine Straßenbahn mit dem Namen des 29-Jährigen durch Melbourne.

Rasanter geht es am Freitag durch die Millionenstadt. Nach nicht einmal drei Monaten Pause meldet sich die Formel 1 mit dem ersten offiziellen Training zurück. "Endlich" sagen viele, "schrecklich" allerdings bestimmt auch einige. "Ich", sagte Nico Rosberg. Gefragt war, wer oder was seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton an der Titelverteidigung hindern kann. Ich also. Damit Sie beim PS-starken Egotrip nicht alleine gelassen werden, beantwortet der KURIER die wichtigsten Fragen zum ersten Rennen der Saison.

Droht der nächste Sololauf von Mercedes? Die Titelverteidiger gehen als ganz große Favoriten in das Jahr. An 16 Siege (in 19 Rennen) wie in der Rekordsaison ist heuer eher nicht zu denken. Teams wie Ferrari und Williams haben mächtig aufgeholt, zudem sind den Motorenherstellern heuer auch während der Saison leistungssteigernde Maßnahmen erlaubt. 2014 gab es diesen Spielraum nicht, die Triebwerke wurden nach den Wintertests versiegelt.

Wie sieht es bei Red Bull aus?Schlüsselfiguren haben das österreichische Team verlassen: Chefpilot Vettel (zu Ferrari), der Aerodynamikchef (zu McLaren) sowie Stardesigner Newey, der dem Rennstall nur noch beratend zur Verfügung steht. Der RB11 trägt dennoch ein letztes Mal seine geniale Handschrift und ist schnell – vor allem und wie gewohnt in den Kurven. Dazu kommen wei Pluspunkte: 1.) Motorenlieferant Renault kann sich nach dem Verlust des Lotus-Teams (zu Mercedes) ganz auf Red Bull und das Zweitteam Toro Rosso konzentrieren. 2.) Die durch die vergleichsweise günstige Fahrerpaarung (Ricciardo/Kwjat kosten etwa ein Zehntel von Vettel/ Webber zu prämienreichen Spitzenzeiten) freiwerdenden Ressourcen können direkt in die Weiterentwicklung des Boliden fließen.

Wird die Formel 1 ihrem Anspruch als Königsdisziplin im Autorennsport noch gerecht? Belegt ist der Tempoverlust in den vergangenen Jahren, der sich am Rennen in Melbourne am deutlichsten ablesen lässt: Beim Rundenrekord im Albert Park aus dem Jahr 2004 erreichte Michael Schumacher eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 226,933 km/h, Vorjahressieger Rosberg war mit fast 20,5 km/h weniger unterwegs. Heuer wird die Formel 1 erstmals wieder ein wenig schneller (rund zwei Sekunden pro Runde). Stattdessen will man mit Innovation (Hybridtechnologie) und Effizienz (kleinere Motoren, geringerer Spritverbrauch) punkten. Den großen Serienherstellern wie Daimler und Honda passt das gut ins Gesamtkonzept, doch das Marktsegment wird seit vielen Jahren bestens vom Langstreckensport (Le Mans) abgedeckt.

Zu guter Letzt: Wer wird Fahrer-Weltmeister? Mit Sicherheit kein Österreicher und kein Italiener. Die beiden einstigen Formel-1-Großmächte (Österreich: 41 Grand-Prix-Siege, Italien: 43) warten seit 2007 (Alexander Wurz) bzw. 2011 (Jarno Trulli/Vitantonio Liuzzi) auf einen Stammfahrer in der Formel 1.

(aus Melbourne)

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