Hamilton-Triumph am Nürburgring

Der Brite verweist beim Großen Preis von Deutschland Fernando Alonso und Mark Webber auf die Plätze. Vettel wird nur Vierter.

Selten hatte Sebastian Vettel dermaßen viel Ellenbogenfreiheit bei den Interviews wie am Sonntag Nachmittag. Rechts und links von ihm weniger Gedränge als üblich, der Strauß von Mikrofonen vor ihm allerdings so üppig wie eh und je. "Fernando Alonso war irgendwann zu schnell für mich, ich musste ihn ziehen lassen", sagte der WM-Führende vom Red-Bull-Team.

Wie bitte? Zu schnell? Üblicherweise kamen in der laufenden Saison diese Worte in Zusammenhang mit Sebastian Vettel stets von den Konkurrenten des 24-jährigen Weltmeisters.

Und am Sonntag, beim Heimrennen des Deutschen auf dem Nürburgring, konnte Vettel in der frischen Luft sein Rennen analysieren, während die Medienvertreter im warmen Pressezentrum auf die Top 3 des Großen Preises von Deutschland warteten: Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Vettels Teamkollegen Mark Webber.

Von der Entscheidung war der WM-Führende am Sonntag so weit entfernt wie Nürburg von einem lauen Sommernachmittag. Bei 13 Grad Lufttemperatur rettete Vettel in der 59. von 60 Runden den vierten Rang - dank seiner Boxencrew: Die Serviceleute von Red Bull wechselten den verpflichtenden harten Satz Reifen flinker als die Mannen von Ferrari bei Felipe Massa. "Das war unser Maximum", betonte Vettel.

Aufgeholt

Zwar beträgt Vettels Vorsprung im Gesamtklassement weiterhin komfortable 77 Punkte auf seinen Markenkollegen Mark Webber, doch die WM dürfte doch später entschieden werden, als noch vor Wochen angenommen.

Die Konkurrenz hat nicht nur technisch nachgebessert, sie setzt den Branchenführer auch verstärkt zu. "Wir haben schon in Kanada gesehen, dass Sebastian unter Druck Fehler macht wie viele andere auch", sagte Ferrari-Pilot Alonso bereits vor dem Rennwochenende in Deutschland. Auch am Sonntag kam Vettel einmal zu weit vom Asphaltstreifen ab und verlor die Kontrolle über seinen Dienstwagen.

Gänzlich frei von Fehlern blieb an diesem Sonntag nur Sieger Lewis Hamilton, der seinem Ruf als bester Racer im Feld im positiven Sinn gerecht wurde. Beim Start zog der Engländer von Platz zwei an Poleposition-Mann Webber vorbei, den Dreikampf Alonso - Webber - Hamilton entschied der McLaren-Pilot durch ein spektakuläres Außen-Überholmanöver an Alonso und die schnellsten Runden in den entscheidenden Phasen. "Das war eines der besten Rennen meiner Karriere und ein massiver Schritt nach vorne", sagte der 26-Jährige.

Auftrieb

Zwar liegt Hamilton in der WM mit 82 Punkten Rückstand auf Vettel auf Platz drei, doch die Tendenz und die Ausgangslage innerhalb des McLaren-Teams sollte dem Weltmeister von 2008 Auftrieb verleihen.

Anders als bei Red Bull, wo Webber im Stallduell ein Rufzeichen gesetzt hat, scheint bei McLaren nach dem Ausfall von Jenson Button die Hackordnung für 2011 endgültig besiegelt.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011