Formel E zeigt Rennwagen für kommende Saison

Der neue Formel-E-Rennern wirkt überaus futuristisch. © Bild: Formula E

Die aktuelle Formel-E-Saison hat erst begonnen, aber die Weichen für die Zukunft wurden am Dienstag bereits gestellt.

Die Formel E bestreitet am kommenden Wochenende in Santiago de Chile ihr viertes von insgesamt zwölf Saisonrennen - der Fokus lag aber zumindest am Dienstag schon ganz auf der Zukunft. Wenn die Elektro-Rennserie nämlich im Herbst 2018 in ihre insgesamt fünfte Saison startet, baut man erstmals seit Einführung der E-Formel auf einen neuen Rennwagen.

Die bedeutendste Änderung, die mit dem neuen - vorerst nur als Gen2 bezeichneten - Rennwagen in die Serie kommt, ist die Reichweite: Mussten die Fahrer bisher bei Rennhalbzeit das Auto wechseln, weil die verwendeten Batterien nicht für eine volle Distanz ausreichen, so sind die Fahrzeugwechsel in Zukunft Geschichte. Mit dem neuen Paket wird es möglich sein, eine komplette Renndistanz bei voller Leistung abzuspulen.

Deutlich offensichtlicher ist die Einführung des in der Formel 1 heiß diskutierten Cockpitschutzes unter dem Namen Halo (englisch für Heiligenschein). Der Sicherheitsbügel schützt den freistehenden Kopf des Fahrers vor Trümmerteilen und ist ab 2018 auch in der Formel 1 und der Formel 2 vorgeschrieben, in den kommenden Jahren soll er auch in allen anderen Nachwuchsklassen eingeführt werden. Auf dem Formel-E-Bügel ist eine Leiste mit LED-Leuchten angebracht, deren Zweck wohl eine für den Zuschauer sichtbare Anzeige des Batterieladestatus sein wird.

"Revolution im Motorsport"

Im Vergleich zum aktuellen Auto wird die zweite Generation - von Fans in den sozialen Medien als "Batmobil" bezeichnet - fahrerisch deutlich aggressiver sein. Die Aerodynamik soll das Überholen auf den engen Stadtkursen vereinfachen, der große Diffusor am Heck sorgt für zusätzlichen Anpressdruck und soll zugleich die Luftverwirbelungen nach hinten - die sogenannte "Dirty Air" - minimieren, damit der Verfolger dichter auffahren kann.

Formula E Gen2
Press release photos of the new Formula E car to be used from the 2018/19 season onwards. © Bild: Formula E

FIA-Präsident Jean Todt freut sich über die neuen Entwicklungen im Elektro-Rennsport. "Ich bin sicher, dass jeder aufgeregt darüber sein wird, wie futuristisch und fortschrittlich das neue Auto ist", so Todt. "Ich bin stolz, dass die FIA an vorderster Front an der Entwicklung des Autos beteiligt war - es ist etwas Neues für den Verband, und das Projekt war bisher ein Riesenerfolg."

"Das Auto repräsentiert die Zukunft des Motorsports", ist sich Formel-E-Gründer Alejandro Agag sicher. "Als wir mit der Formel E begannen, wollten wir eine Revolution in den Motorsport bringen. Dieses Auto der nächsten Generation repräsentiert diese Revolution. Die Autos werden schneller sein und die doppelte Reichweite haben - und damit die kontinuierliche Entwicklung der Batterie-Technologie demonstrieren." Erstmals offiziell ausgestellt wird der neue Wagen auf der Genfer Automesse am 6. März.

( kurier.at , kai ) Erstellt am 30.01.2018