Vers├Âhnliches Ende: Lewis Hamilton (re.) setzte sich im internen Duell gegen Nico Rosberg durch.

┬ę APA/EPA/SRDJAN SUKI

Formel 1
04/06/2014

Mercedes-Doppelsieg in Bahrain

Hamilton und Rosberg liefern sich im Finish einen packenden Zweikampf, den der Brite gewinnt.

Wenn wir weiter so schnell sind, dann wird es Auseinandersetzungen geben", hatte Toto Wolff am Samstag in Bahrain prophezeit. Zu eng war der teaminterne Zweikampf der beiden schnellsten Piloten der Formel 1 wieder einmal im Qualifying gewesen. "Wir werden Situationen erleben, die wir bew├Ąltigen m├╝ssen. Denn Lewis und Nico sind immer noch Gesch├Âpfe, die nach Wettbewerb streben", f├╝hrte der Motorsportchef von Mercedes vor dem dritten Rennen der Saison weiter aus.

Da wusste der Wiener freilich noch nicht, dass sich seine Vorhersage bereits 24 Stunden sp├Ąter bewahrheiten sollte. Denn das Flutlicht-Rennen am Persischen Golf, in dem die Silberpfeile einmal mehr das Ma├č der Motorsport-Dinge waren, wurde gepr├Ągt vom hart gef├╝hrten Zweikampf zwischen den beiden WM-F├╝hrenden Hamilton und Rosberg, bei dem sich am Ende der Brite durchsetzen sollte und seinen 24. Grand-Prix-Sieg einfuhr. Der Mexikaner Sergio Perez bescherte Force India als Dritter das erst zweite Podium der Geschichte und den vorl├Ąufigen Rang zwei in der Teamwertung.

Den H├Âhepunkt erreichte das silberne Spektakel in Runde 19, als sich die Mercedes-Kollegen Zweik├Ąmpfe lieferten, wie man sie teamintern lange nicht mehr gesehen hatte. Rosberg ├╝berholte Hamilton, der sich gleich am Start durchgesetzt hatte, aber der Brite steckte nicht zur├╝ck und holte sich die F├╝hrung zur├╝ck. Auch gegen Ende des Rennens, als sich nach dem ├ťberschlag von Esteban Gutierrez und der darauffolgenden Safety-Car-Phase das Feld wieder zusammenschob, wurde es noch einmal spannend. "Sorgt daf├╝r, dass ihr beide Autos nachhause bringt", forderte Technikdirektor Paddy Lowe nicht ohne Grund ÔÇô Rosberg und Hamilton k├Ąmpften dennoch bis zur letzten Runde am Limit.

"Heute war ein Tag f├╝r den Sport. Ich hoffe, ihr habt viel Spa├č mit den Silberpfeilen gehabt", sagte der Zweitplatzierte nach dem Rennen. Gleich nachdem er aus dem Cockpit geklettert war, hatte er sich als guter "Verlierer" erwiesen und den Teamkollegen geherzt. Auch Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender des Formel-1-Teams von Mercedes, war voll des Lobes: "Es lebe der Sport. Besser kann man Motorsport nicht verkaufen. Jetzt braucht auch keiner mehr jammern ├╝ber Dinge, wie leise Motoren. Das Rennen hat uns alle eines Besseren belehrt", sagte Lauda und f├╝gte ob des Rennverlaufes hinzu: "Ich hab Gottseidank Nerven, wie aus Stahl."

Als beide Boliden nach 57 Runden unbeschadet abgestellt worden waren, konnte auch Toto Wolff wieder lachen: "Von Zeit zu Zeit war da schon jede Menge Herzklopfen dabei, vor allem am Anfang", gab er zu. "Aber mit Kopf und Verstand haben wir eine gute Show geboten. Das sind wir den Fans schuldig, so wollen wir gerne Rennen fahren."

Spannende Duelle

Harte Zweik├Ąmpfe gab es am dritten Rennwochenende auch um die Pl├Ątze hinter den beiden derzeit besten Piloten der K├Ânigsklasse. F├╝r das Weltmeister-Team Red Bull wurde das W├╝stenrennen erwartet schwer. "Wenn wir in die Punkte kommen, w├Ąre das schon erfreulich", hatte Motorsportdirektor Helmut Marko vor dem Rennen gesagt und damit auf den fehlenden Topspeed seines Teams angespielt.

So gesehen m├╝sste der Steirer mit Rang vier (Ricciardo) und Rand sechs (Vettel) eigentlich zufrieden gewesen sein. "Das sieht ja ein Blinder mit Kr├╝ckstock, dass Mercedes b├Ąrenstark ist", sagte Vierfach-Weltmeister Vettel und wirkte dabei ├Ąhnlich, wie nach den bisherigen Rennen: Irgendwie ratlos.

Grand Prix von Bahrain

GP von Bahrain, Endstand nach 57 Runden:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 2*
2. Nico Rosberg GER Mercedes + 1,0 2
3. Sergio Perez MEX Force India 24,0 2
4. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 24,4 2
5. Nico H├╝lkenberg GER Force India 28,6 2
6. Sebastian Vettel GER Red Bull 29,8 2
7. Felipe Massa BRA Williams 31,2 3
8. Valtteri Bottas FIN Williams 31,8 3
9. Fernando Alonso ESP Ferrari 32,5 3
10. Kimi R├Ąikk├Ânen FIN Ferrari 33,4 3

* = Boxenstopps

Ausgeschieden: Jean-Eric Vergne (FRA/Toro Rosso), Adrian Sutil (GER/Sauber), Marcus Ericsson (DEN/Caterham), Esteban Gutierrez (MEX/Sauber)

Bescheidener Zuschauer-Rekord in Bahrain

F├╝r Bahrain hat sich die erstmalige Austragung des Formel-1-Rennens in der Nacht in einem - bescheidenen - Zuschauer-Rekord ausgewirkt. 31.000 Zuschauer kamen am Renntag, der in Bahrain aber als Arbeitstag gilt. Im Vorjahr waren 28.000 Fans erschienen. Die Haupttrib├╝ne sei diesmal ausverkauft gewesen, hie├č es.

Insgesamt kamen an drei Tagen 85.000 Fans an den Bahrain International Circuit (BIC), der sich als Heimat des Motorsports im Mittleren Osten versteht. So viele Zuschauer werden 2014 beim Comeback der Formel 1 in ├ľsterreich alleine am Renn-Sonntag erwartet.

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