Erste Saison-Pole für Vettel in Bahrain

dapdRed Bull Formula One driver Sebastian Vettel of Germany takes a corner during the Chinese Grand Prix in Shanghai, China, Sunday, April 15, 2012. (Foto:Greg Baker/AP/dapd)
Foto: dapd Pole-Mann: Sebastian Vettel

Das Formel-1-Imperium schlägt zurück: Die Poleposition in Bahrain zeigt die Stärke von Red Bull.

Die Reaktion war eindringlich und erinnerte in ihrer Selbstverständlichkeit an die fabelhafte Vorsaison. "Wir haben es getan", ließ Sebastian Vettel via Boxenfunk wissen, nachdem er seinen Red-Bull-Boliden auf den ersten Startplatz für den sonntägigen Formel-1-Grand-Prix von Bahrain gestellt hatte (Start: 14 Uhr MESZ/live ORFeins, RTL und Sky).

Mit Mark Webber auf Rang drei meldete sich das österreichische Weltmeister-Team eindrucksvoll in der WM zurück.

"Ich wusste, dass ich diese Runde drauf habe, wenn alles passt", sagte Doppelweltmeister Vettel nach getaner Arbeit, "der Dank geht aber an die Jungs in der Garage."

6, 6, 11 – die bisherige Qualifying-Saisonbilanz des letztjährigen Poleposition-Königs (15 in 19 Rennen) war mehr als ernüchternd. Vettel haderte, der RB8 tat nicht das, was er wollte. McLaren rauschte vorbei und Kollege Webber rüttelte nach den ersten drei Startplatz-Rennen an der sicher geglaubten Hierarchie im Team.

Neue Rolle

Einsam zog Vettel im Vorjahr an der Spitze seine Kreise, 17-mal stand der 24-Jährige auf dem Podium, 11-mal davon ganz oben. Mit jeder Poleposition und jedem Rennsieg wuchs das Selbstvertrauen des Deutschen – in sich selbst und in seinen Untersatz.

Damit war 2012 Schluss. Schon bei den Testfahrten bahnte sich ein Ende der Vormachtstellung an. Die Gründe dafür waren technischer Natur und sind dementsprechend kompliziert. Nur kurz: Die überragende Performance, die vor allem Vettel aus dem Wagen quetschen konnte, war der revolutionären Abgasnutzung des RB7 geschuldet. "Das Verbot dieser Technik, die wir pioniert hatten, bedeutet für uns, dass wir mehr dazulernen müssen, als die anderen", ahnte Designer Adrian Newey bereits im Winter.

Der Engländer sollte recht behalten. Denn Red Bull hatte seine Boliden seit 2009 um den Auspuff herum konzipiert, die heiße Luft am Heck beeinflusste sogar die Konzeption des Frontflügels.

Daher hatten McLaren, Mercedes sowie auch Lotus und Sauber weit weniger Mühe, das aktuelle Reglement gewinnbringend in ein Chassis zu gießen. Die Konkurrenz erkannte die Probleme des Branchenprimus: "Wir wollen Red Bull einmal unter Druck sehen", sagte Jenson Button (McLaren).

Mit der Vormachtstellung schwand bei Red Bull auch die Leichtigkeit. Die Formel 1 war plötzlich eine ziemlich komplizierte Welt aus Millionen Daten. Ohne Balance sei es schwierig, das gewisse Etwas herauszuholen, sagte Vettel: "Und auf der Suche danach, bist du verletzbar."

Neue Duelle

Die Nadelstiche der Konkurrenz ließen nicht lange auf sich warten. Gezeichnet von aufreibenden Duellen im Mittelfeld stieg vor allem der Doppelweltmeister in den ersten Rennen aus seinem Fahrzeug.

Mit der Poleposition in Bahrain meldete sich nicht nur Vettel zurück, sondern die gesamte Crew. Keines der Top-Teams hat seit Saisonanfang mehr Qualifying-Zeit gutmachen können, als Red Bull. Obwohl Vettel noch vor dem Wochenende meinte: "ch denke, dass andere die Favoriten sind."

Die Formel 1 ist in Echtzeit schneller, als man denkt. Manchmal auch für ihre Hauptdarsteller.

Qualifying in Bahrain

1.Sebastian Vettel GERRed Bull1:32,422
2.Lewis Hamilton GBRMcLaren1:32,520
3.Mark Webber AUSRed Bull1:32,637
4.Jenson Button GBRMcLaren1:32,711
5.Nico Rosberg GERMercedes1:32,821
6.Daniel Ricciardo AUSToro Rosso1:32,912
7.Romain Grosjean FRALotus1:33,008
8.Sergio Perez MEXSauber1:33,394
9.Fernando Alonso ESPFerrarikeine Zeit
10.Paul di Resta GBRForce Indiakeine Zeit
11.Kimi Räikkönen FINLotus1:33,789
12.Kamui Kobayashi JPNSauber1:33,806
13.Nico Hülkenberg GERForce India1:33,807
14.Felipe Massa BRAFerrari1:33,912
15.Bruno Senna BRAWilliams1:34,017
16.Heikki Kovalainen FINCaterham1:36,132
17.Pastor Maldonado * VENWilliamskeine Zeit
18.Michael Schumacher GERMercedes1:34,865
19.Jean Eric Vergne FRAToro Rosso1:35,014
20.Witali Petrow RUSCaterham1:35,823
21.Timo Glock GERMarussia1:37,683
22.Charles Pic FRAMarussia1:37,883
23.Narain Karthikeyan INDHRT1:37,905
24.Pedro de la Rosa ESPHRT1:38,314

* Wegen Getriebewechsels fünf Plätze nach hinten versetzt

(kurier) Erstellt am
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