Sport Motorsport
12/05/2011

Die vielen Toten der Motorrad-WM

Die seit 1970 tödlich verunglückten Piloten der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Der tragische Tod des Italieners Marco Simoncelli hat die Risiken im Rennsport erneut offenbart. Gerade im Motorrad-Bereich gehören normale Rennunfälle zum Alltag. So musste im vergangenen Jahr auch der erst 19-jährige Japaner Shoya Tomizawa sein Leben lassen, als er wie Simoncelli von nachfolgenden Fahrern überrollt wurde. Wenn die 150 Kilogramm schweren Zweiräder mit einer Geschwindigkeit um die 200 Kilometer pro Stunde auf einen Menschen prallen, helfen auch die besten Sicherheitsmaßnahmen auf und neben der Strecke nichts.

Daher bemühen sich seit Jahrzehnten Hersteller darum, ihre Lederkombis für Motorrad-Rennfahrer mit immer neuen Sicherheitsfeatures auszustatten. Hightech-Protektoren, Schutzpolster für Wirbelsäule, Schultern, Ellbogen, Knie und andere bedrohte Körperteile stehen im Blickpunkt. Materialien wie Kohlefaser und Kevlar werden verwendet. Auch Airbags, die vor allem Hals und Kopf bei einem Aufprall schützen, gehören zur Ausstattung.

Namhafte Unfallforscher, Hochschulen und Experten für Sicherheitssysteme aus dem Automobilbau sind ständige Gesprächspartner. Zwischenzeitlich werden Errungenschaften aus dem Vierradbereich wie beispielsweise die für die Formel 1 entwickelte Nackenstütze HANS (Head- and Neck-Support) in die Zweiradwelt übertragen. Verliert ein Fahrer aber noch vor dem entscheidenden Aufprall seinen Helm, hat er wie im Fall Simoncelli kaum Überlebenschancen. Der 24-Jährige erlag am Sonntag noch an der Rennstrecke seinen schweren Verletzungen.

1970 Robin Fitton (Großbritannien), Nürburgring
1971 Christian Ravel (Frankreich), Spa Francorchamps
1971 Angelo Bergamonti (Italien), Riccione
1971 Günter Bartusch (DDR), Sachsenring
1973 Renzo Pasolini (Italien), Monza
1973 Jarno Saarinen (Finnland), Monza
1974 Billie Nelson (Großbritannien), Opatija
1975 Rolf Thiele (BRD), Assen
1976 Otello Buscherini (Italien), Mugello
1976 Paolo Tordi (Italien), Mugello
1977 Ulrich Graf (Schweiz), Opatija
1977 Giovanni Zigiotto (Italien), Opatija
1977 Hans Stadelmann (Schweiz), Salzburgring
1977 Piers Forester (Großbritannien), Brands Hatch
1980 Patrick Pons (Frankreich), Silverstone
1981 Michel Rougerie (Frankreich), Rijeka
1981 Sauro Pazzaglia (Italien), Imola
1981 Alain Beraud (Frankreich), Brno
1983 Michel Frutschi (Schweiz), Le Mans
1983 Rolf Rüttimann (Schweiz), Rijeka
1983 Norman Brown (Nordirland), Silverstone
1983 Peter Huber (Schweiz), Silverstone
1984 Kevin Wrettom (Großbritannien), Spa-Francorchamps
1989 Iván Palazzese (Venezuela), Hockenheim
1993 Noboyuki Wakai (Japan), Jeréz
2003 Daijiro Kato (Japan), Suzuka
2010 Shoya Tomizawa (Japan), Misano
2011 Marco Simoncelli (Italien), Sepang

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