Rasant: Marc Márquez und sein Motorrad sind in guter Stimmung.

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Sport | Motorsport
08/21/2016

Die MotoGP feiert Jubiläum in Tschechien

400. Grand Prix: Sieben Piloten fahren um den Sieg. Und alle jagen Marc Márquez.

Eine Woche nach dem Zweirad-Spektakel von Österreich in Spielberg feiert der Motorrad-Grand-Prix ein Jubiläum: Das 400. Rennen der MotoGP geht am Sonntag über die Piste. Und gar nicht weit entfernt: in Brno, im nachbarlichen Tschechien.

Ducati feierte in Spielberg einen Doppelerfolg. Ein Ereignis, das die Granden der Szene, Marc Márquez (Honda), Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (beide Yamaha) jedenfalls nicht wieder erleben wollen.

In Österreich hat sich an der Spitze der WM-Wertung Wesentliches verändert: Der Vorsprung des Spaniers Márquez hat sich auf Landsmann Lorenzo auf 43 Punkte verringert. Márquez wurde Fünfter, war unter Berücksichtigung der Umstände aber nicht unzufrieden. "Es hätte schlimmer kommen können", meinte er, beeinträchtigt durch eine ausgerenkte Schulter, das schmerzhafte Andenken an einen Trainingssturz.

In Brno hat Márquez allerdings noch immer das Manko, nicht ganz fit an den Start gehen zu können. "Die Schulter ist fixiert, aber nicht hundertprozentig in Ordnung." Seiner Maschine gilt die große Hoffnung. Márquez: "Brno liegt unserer Honda weit besser als der Red-Bull-Ring. Hier fahren wir wieder auf Sieg."

Glorreiche Sieben

Valentino Rossi ist in Brno vor 20 Jahren der erste Sieg gelungen. Er liebt die Strecke, auf der er am besten wieder gewinnen sollte, wenn er den Abstand zum WM-Leader (57 Punkte) verringern will. Schließlich soll er heuer gelingen, der Gewinn des zehnten Weltmeistertitels. Es wird sich schon viel entscheiden in den nächsten fünf Wochen mit gleich vier Grands Prix im Kalender.

Wie zuletzt in Österreich kommen auch dieses Mal wohl sieben Piloten für den Sieg infrage. Neben den Allzeitfavoriten werden die beiden die Ducati-Werksfahrer Andrea Iannone und Andrea Dovizioso sowie Dani Pedrosa (Honda) und Maverick Viñales (Suzuki) mitmischen.

Kapitaler Crash

Überschattet wurde das gestrige Qualifying in Brünn von einem schweren Unfall von Tom Lüthi. Schon im Vormittagstraining war der Moto2-Pilot aus der Schweiz spektakulär von der Rennstrecke abgeflogen, dabei wurde sein Motorrad sogar über den Fangzaun katapultiert.

Nach einem Medizincheck durfte Lüthi im Qualifying wieder Fahrt aufnehmen,doch da passierte dem 29-Jährigen das nächste Missgeschick: Nach einem Highsider wurde der Schweizer von seiner Maschine böse abgeworfen, beim Sturz ins Kiesbett geriet Lüthi mit beiden Beinen unters schwere Motorrad und verlor kurz das Bewusstsein. Nach dem Unfall musste der erfahrene Pilot mit der Trage abtransportiert werden, im Krankenhaus kam allerdings erste Entwarnung. Ob Lüthi heute am Start ist, ist aber unklar.