Das Rennen der vielen Verlierer

Die unterdrückte Bevölkerung in Bahrain war der Verlierer – und die Formel 1.

Die unterdrückte Bevölkerung in Bahrain war der Verlierer – und die Formel 1. Nach einem der am umstrittensten Rennen der Geschichte hat der Ruf der wichtigsten Rennserie stark gelitten.

Bahrains Monarchen zeigten der Welt mit dem harten Vorgehen gegen Demonstranten auch während des Grand-Prix-Wochenendes das hässliche Gesicht eines gespaltenen Landes. Ein Toter wurde nach Protesten in den Straßen von Manama gefunden. "Das ist eine der schwärzesten Stunden in der Formel 1", schrieb die britische Zeitung Observer.

Tatsächlich fällt eine erste Bilanz deutlich negativ aus. Die Stars der Formel 1 schwiegen zu den kritischen Fragen, ob es richtig sei, das Rennen in einem krisengeschüttelten Land abzuhalten, und mussten deshalb Kritik einstecken. "Ich hoffe, dass diese Fahrer, die nicht sprechen wollen, eines Tages ihre Meinung ändern", sagte Zainab Al-Khawaja, die Tochter eines inhaftierten Oppositionellen. "Wenn nicht, werden ihre Kinder vielleicht einmal fragen, warum sie in einem Land ein Rennen gefahren sind, in dem die Herrschenden so viele Leute verhaften und foltern."

Denn Weltverbandschef Jean Todt hatte ungerührt verkündet: "Die Formel 1 ist eine starke Marke, alle Teams sind glücklich." FIA-Boss Todt und Chefvermarkter Bernie Ecclestone festigten mit dem Festhalten am Rennen im Wüstenstaat ihr Negativ-Image.

Offen bleibt die Frage, ob die breite Aufmerksamkeit für die Proteste zumindest der unterdrückten schiitischen Bevölkerungsmehrheit in Bahrain bei ihrem Kampf für Reformen hilft.

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( Kurier ) Erstellt am 22.04.2012