Segeln, Motte-Boot, Nico Delle Karth, Bild ist honorarfrei

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Segeln
07/03/2013

Segel-Duo Delle Karth/Resch greift an

Nach dem 4. Platz bei Olympia will Österreichs Top-Duo bei der EM hoch hinaus.

von Christoph Geiler

Manchmal kommen sich Nico Delle Karth und Niko Resch inzwischen fast schon vor wie ein altes Ehepaar. Ein Blick genügt oft schon, und jeder der beiden weiß, was es geschlagen hat. Ob der Partner Ruhe braucht oder Aufmunterung, ob Ärger in der Luft liegt oder Diskussionsbedarf herrscht – die beiden sind auf einer Wellenlänge. „Wir haben uns auf irgendeine Art gefunden“, sagt Nico Delle Karth, „wenn du seit 14 Jahren jedes Jahr 200 Tage privat und beruflich zusammen verbringst, dann musst du dich gut verstehen.“

Vor allem, wenn man wie Delle Karth und Resch in einem Boot sitzt. Ohne Harmonie, Teamwork und blindes Vertrauen würden sie Schiffbruch erleiden. „Jeder weiß, was er zu tun hat“, sagt Delle Karth, der Steuermann, der mit seinem Teamkollegen in dieser Woche bei der 49er-Europameisterschaft in Aarhus um Medaillen segelt.

Die beiden Österreicher stehen in ihrer Bootsklasse seit Jahren hoch im Kurs. Sie waren bereits Vizeweltmeister (2007), sie holten EM-Bronze (2009), sie führten sogar schon einmal die Weltrangliste an (2010), und eben erst segelten sie bei der prestigeträchtigen Kieler Woche zum Sieg.

Andere Segler würden angesichts solcher Erfolge wohl bereits den Hafen der Karriere ansteuern, doch die Nic(k)os, wie die beiden gerne genannt werden, sind noch nicht am Ziel angelangt. „Wir haben das Gefühl, dass wir einige Sachen noch nicht zu Ende gebracht haben“, versichert Vorschoter Resch. Vor allem der vierte Platz bei Olympia in London hat Spuren hinterlassen. „Es hat schon einige Zeit gedauert, das zu schlucken“, erzählt Delle Karth. Nach der olympischen Enttäuschung suchten die beiden ganz bewusst den Abstand vom Segeln – und fanden sich prompt in einem neuen Boot wieder.

Schwebendes Spielzeug

Es ist die berühmte Motte, auf die Nico Delle Karth und Niko Resch nun seit einigen Monaten fliegen. Eine kleine, leichte Einhandjolle, mit der die Segler dank des Tragflügels regelrecht übers Wassers zu schweben scheinen, mit bis zu 55 km/h. „Ein unglaubliches Gefühl“, schwärmt Delle Karth. Und genau das richtige Spielzeug, um auf andere Gedanken zu kommen und so nebenbei das Segel-Einmaleins aufzufrischen.

Noch eine willkommene Abwechslung hat die Motte parat. „Wir können einmal gegeneinander antreten“, sagt Delle Karth, der mit der WM-Teilnahme im Herbst vor Hawaii liebäugelt. „Aber vorher machen wir unsere Arbeit mit dem 49er und segeln eine gute EM.“

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