Sieger in Wien: Jürgen Melzer (li.) und Philipp Petzschner

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Tennis
10/19/2014

Melzer holt den Doppel-Titel in Wien

Der Niederösterreicher besiegte mit dem Deutschen Petzschner das Duo Begemann/Knowle.

Zum 40-jährigen Jubiläum des Wiener Stadthallen-Tennisturniers haben Jürgen Melzer und der Deutsche Philipp Petzschner mit ihrem 7:6 (6), 4:6, 10:7-Finalerfolg über Andre Begemann/Julian Knowle (D/Ö) für ein Novum gesorgt. Erstmals haben zwei ehemalige Einzel-Sieger in Wien gemeinsam auch einen Doppel-Titel geholt.
Melzer hat es im dritten Anlauf nach 2006 und 2009 (damals jeweils noch mit Knowle) geschafft. An der Seite seines besten Freundes Philipp Petzschner sicherte sich der 33-jährige Niederösterreicher am Sonntag seinen ersten Doppel-Titel in Wien. Trauriger Held war freilich Knowle, der auch sein fünftes Wien-Doppel-Endspiel verloren hat.

Jürgen Melzer hat damit nach seinen Einzel-Titeln 2009 und 2010 nun auch im Doppel beim größten ATP-Turnier in Österreich gewonnen. „Wir wollten den Titel. Wir haben beide hier auch im Einzel gewonnen, ich weiß gar nicht, ob es das schon gegeben hat?“, fragte Melzer. Die Antwort ist nein. Melzer/Petzschner sind in der Tat die ersten Spieler in Wien, die beide das Einzel gewonnen und später auch im Doppel gemeinsam an gleicher Stelle triumphiert haben.

„Es war für uns sehr wichtig, hier zu gewinnen. Wir durften nur dank einer Wildcard spielen und am Ende halten wir die Trophäe, das ist echt geil“, freuten sich Melzer und sein bester Freund, der wegen einer Schulterverletzung mit neun Monaten noch länger als Melzer (sechs Monate) ausgefallen war. „Ich habe ganz ehrlich die Woche ein bisschen wie einen Neuanfang gesehen. Weil damals vor sechs Jahren ging meine Karriere in Wien los“, erinnerte sich der 30-jährige Deutsche an seinen Einzeltriumph 2008.

Das Revival

Eineinhalb Jahre hatten die beiden bis Kuala Lumpur nicht miteinander gespielt. „Ich habe die ersten Tage beim Jürgen gewohnt, es war so wie ein Revival. Dass ich jetzt wieder eine Trophäe heben kann, ist wie ein Traum“, meinte Petzschner, der sich beim Abgang vom Platz mit einem großen Kübel Popcorn belohnt hatte. „Wenn man da war, wo ich war nach der OP und nicht gewusst hat, ob es überhaupt nochmal vorwärts geht.. und dann gewinne ich hier, noch dazu mit meinem besten Kumpel“, freute sich der Deutsche.

Melzer/Petzschner sind zweifache Major-Sieger, sie feierten in Wimbledon 2010 und bei den US Open 2011 ihre größten Doppel-Triumphe. Dieser Sieg in Wien komme diesen Titeln emotional aber sehr nahe, meinten beide unisono. „Wenns passt, dann passt's. Unser Riesenvorteil ist, dass wir einander auf dem Platz so viel verzeihen können“, weiß Petzschner.

„Wir haben diese Woche gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen und wieder voll in der Weltspitze mitspielen“, freute sich Melzer. Auf der Tour werden die beiden aufgrund ihrer unterschiedlichen Rankings vorerst aber kaum Doppel spielen können, zumal beide noch einmal den Schwerpunkt auf das Einzel legen wollen. „Wir hoffen, das wir 2016 sagen können, wir spielen noch einmal ein volles Jahr zusammen“, erklärte Petzschner, der mit wieder leicht entzündeter Schulter in Wien angetreten war.

Die Wildcard hat das Duo jedenfalls bestens genützt. Schon mit dem Erstrundensieg über die topgesetzten Alexander Peya/Bruno Soares (Ö/Bra) hatten Melzer/Petzschner gezeigt, dass man wieder mit ihnen rechnen muss. Die beiden sind wirklich beste Freunde und dementsprechend wenig gefällt ihnen der Umstand, dass sie sich selten sehen. Petzschner: „Wir haben uns einmal, drei, vier Monate nicht gesehen, dann taucht er als Überraschung zu meinem 30. Geburtstag auf. Da habe ich auch fast geweint.“

Fünfte Finalniederlage

Zum Weinen, aber aus ganz anderen Gründen, war wohl auch Julian Knowle zumute. Nach 2006, 2009, 2012 und 2013 hieß es für den 40-Jährigen in seinem 40. Tour-Finale ausgerechnet in Wien wieder nur Rang zwei. „Es war eine gute Woche für uns, aber natürlich bin ich enttäuscht. Es war ein enges Match.“
Im ersten Satz führten Begemann/Knowle schon mit 5:2 bzw. waren bei 5:3 nur zwei Punkte von der 1:0-Satzführung entfernt. „Ich hätte sehr, sehr gern gewonnen, dann hätte ich nicht mehr zurückkommen müssen“, sagte Knowle, der sich aber freilich nicht festlegen konnte, ob er tatsächlich noch einmal in Wien spielen wird. „Es wird nicht leichter, wenn man so viele Male so knapp dran ist. Ich würde mir leichter tun, wenn wir da mit einer 2 und 3-Niederlage vom Platz gegangen wären. Es wird irgendwann auch eine mentale Geschichte.“

In der 40-jährigen Geschichte in der Wiener Stadthalle war es erst der dritte Doppelsieg mit österreichischer Beteiligung nach Alexander Antonitsch/Balasz Taroczy (Ö/Ung) 1988 und Oliver Marach/Lukasz Kubot (Ö/Pol) 2009.

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