Sport
21.09.2017

Marcos Nader: "Ich will wieder voll angreifen"

Der ehemalige EU-Gürtelträger will zurück in den Ring. Zuvor organisiert er eine große Nacht des Boxklubs Bounce

Das Bounce. Österreichs größter Boxklub. 1000 Mitglieder werden schon begrüßt, ein Großteil der besten Boxer des Landes trainiert dort. Besonders eifrig tut dies seit einigen Monaten Marcos Nader, dessen Bruder Daniel Inhaber des Klubs ist. Jener Marcos Nader, der eine vielsprechende Karriere vor sich hatte und den Lobeshymnen auch gerecht wurde, als er 2013 den EU-Gürtel im Mittelgewicht präsentierte. Nach dem Verlust des Gürtels und einigen Niederlagen in der Olympia-Quali wurde es ruhig um den Wiener. Lange konzentrierte sich der heute 27-Jährige auf die Aufgaben im Bounce. "Weil auch die Motiovation gefehlt hat", sagt Nader.

Attacke im März

"Für mich zählt wieder die Attacke. Ich möchte noch einmal voll angreifen", erklärt Nader, während er sich die Boxer-Handschuhe anzieht. Sein wieder geliebtes Arbeitsgerät. "Im März", sagt er, "möchte ich wieder angreifen. Ich will zurückkehren", strahlt Nader und präsentiert seinen Körper, der viel an Gewicht verloren hat. "Natürlich nur an den richtigen Stellen", sagt Nader. "Ich bin topfit, ich bin bereit." Dass es gemeinsame Veranstaltungen von Profis und Amateuren geben soll, kommt ihm entgegen. "Gemeinsam mit meinem Bruder als Trainer habe ich die meisten Erfolge gefeiert. Und weil er wieder in meiner Ecke stehen und mich trainieren darf, zumindest in Deutschland ist dies wieder so, habe ich alle Gründe, um wieder meine Fäuste sprechen zu lassen." Die Trainingspartner sind ohnehin schon die Besten im Lande. "Mit U-22-Vizeeuropameister Aleksandar Mraovic, Stefan Nikolic, Marcel Rumpler und Danijel Janicijevic habe ich Partner, die enorm viele Kämpfe in den Beinen haben und auch schon internationale Medaillen bei den Junioren geholt haben."

Bounce Fight Night

Vorerst ist Nader mit seinem Bruder damit beschäftigt, die Boxnacht am 7. Oktober in der Brauerei Ottakring (Gegner ist das Team Serbien) über die Bühne zu bringen. Eine Auftaktveranstaltung, die es laut Daniel Nader, "künftig zwei Mal im Jahr geben wird." Zwölf Kämpfe wird es geben, mit einem Zuschaueransturm darf gerechnet werden, wenn die besten Boxer Wiens zuschlagen. "Das wird großartig. Wir erwarten die Besten aus Belgrad und der ganzen Region, meine Chancen stehen gut, das ich siegreich aus dem Ring steige", sagt Stefan Nikolic, für den es Schlag auf Schlag geht. "Nächste Woche boxen wir in Slowenien, nach der Fight Night haben wir die Staatsmeisterschaften, dann ist Ruhe bis Jänner", sagt der Schwergewichtler, der wie Rumpler und Janicijevic auch in der deutschen Bundesliga für Hertha boxt.

Ein Vorbild der jungen Garde ist freilich Marcos Nader. Und irgendwann will sich dieser bei einer solchen Boxnacht präsentieren: "Ich würde lieber heute als morgen in den Ring steigen."