Sport
05.12.2011

Marcos Nader boxt im Akkord

Kaum sind elfter Profikampf und Doppelbelastung durch das Heer vorbei, kehrt der Wiener in den Ring zurück.

Der Wiener Profiboxer Marcos Nader durchlebt derzeit intensive Monate.

Die Siege in den Kämpfen zehn und elf gegen die Italiener Annunziata (Mai) und Nespro (Juli) fielen in die Zeit der Doppelbelastung durch das Bundesheer. Anstatt sich nun eine Auszeit zu gönnen, steigt der 21-Jährige schon am Samstag in Erfurt wieder in den Ring. Nader kämpft im Rahmenprogramm des Duells zwischen Alexander Powetkin und Ruslan Tschagajew (live, ARD 22:30 Uhr). Der siegreiche Schwergewichtler darf dann Weltmeister Wladimir Klitschko herausfordern.

Naders Gegner ist der 34-jährige Gianmario Grassellini (19 Siege, 10 durch K.o., 4 Niederlagen und zwei Unentschieden), der bereits fünf Mal um kleinere internationale Titel des Verbandes IBF gekämpft hat. Diese fünf Kämpfe konnte der 1,72 Meter große Boxer alle für sich entscheiden. Zuletzt musste sich der Routinier allerdings nach drei Niederlagen am Stück erst wieder zwei Erfolgserlebnisse gegen Aufbaugegner abholen.

Grund genug für Nader, selbstbewusst und optimistisch in den Kampf zu gehen, ohne den Gegner dabei jedoch zu unterschätzen. Kurios: Gegen Grassellini wird Nader im zwölften Profikampf bereits zum siebenten Mal einem Italiener gegenüberstehen.

Der lange Weg durch die Ranglisten

Der letzte Kampf im Juli, bei dem Nader kurzfristig für einen Kollegen aus dem deutschen Sauerland-Stall einsprang, hat den Wiener in der unabhängigen Weltrangliste von boxrec.com um weitere zwanzig Plätze nach vorne gespült.

Zurzeit wird der Boxer auf Rang 73 geführt und das Ziel für die nächsten Kämpfe lautet, langsam aber sicher auf dem Schirm der vier großen Verbände aufzutauchen. Immer vorausgesetzt natürlich, Nader gewinnt seine Ringgefechte überzeugend. Denn beim Boxen kann schon eine unvorhergesehene Niederlage eine zuvor aussichtsreiche Karriere auf einen Schlag beenden. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Kunst, einen Boxer langsam an immer größere Aufgaben heranzuführen und dabei auch in der Weltrangliste vorzustoßen, nennt sich Matchmaking. Daniel Nader, der ältere Bruder und einer der Trainer von Marcos, vertraut dabei auf die Fähigkeiten von Sauerlands Hagen Döring. "Es gibt eine Handvoll guter Promoter und Manager, die sich um die besten Boxer streiten und diese dann behutsam aufbauen müssen. Döring gehört darin weltweit zu den Besten", kommentiert der fürs Training in Wien zuständige Coach die Zusammenarbeit mit dem Berliner Boxstall.