Der Niederösterreicher Dominic Thiem gewann die Croatia Open 2015 in Umag.

© DIENER/EM

Tennis
07/26/2015

Eine Gala beschert Thiem den Turniersieg

Der Österreicher spielte in Umag groß auf und fertigte im Finale Joao Sousa mit 6:4, 6:1 ab.

von Christoph Geiler

Wer Dominic Thiem am vergangenen Sonntag in Kitzbühel erlebt hat, der hätte es nie für möglich gehalten, dass der Niederösterreicher beim Turnier in Umag auch nur eine Runde überstehen würde. Geschweige dass er dieses Turnier überhaupt gewinnen könnte. Mit leerem Blick und hängenden Schultern war der 21-Jährige da nach seinen beiden Einzel-Niederlagen im Daviscup gegen die Niederlande durch das Stadion geschlichen und Thiems Performance und Körpersprache gaben wenig Anlass zur Hoffnung. "Ich freu’ mich nicht auf das Turnier in Umag", hatte er vor der Abreise nach Kroatien gestanden.

Eine Woche später war Dominic Thiem plötzlich nicht mehr wieder zu erkennen. Verflogen der Frust, vergessen die Enttäuschungen, verdrängt die Fehler und Unsicherheit – binnen weniger Tage präsentierte sich das Häufchen Elend als Winnertyp und in altbekannter Stärke. Beim ach so ungeliebten Turnier in Umag spielte der 21-Jährige groß auf und feierte seinen zweiten Turniersieg auf der ATP-Tour. Der Portugiese Joao Sousa erlebte im Finale ein Lehrspiel und wurde phasenweise zum Sparringpartner degradiert – 6:4, 6:1.

One-Man-Show

Der zweite Turniersieg nach Nizza (2015) war auch eine Reifeprüfung und eine Retourkutsche an all die Nörgler und Skeptiker. Denn nach seinen Niederlagen im Daviscup hatte Österreichs große Tennishoffnung das erste Mal in seiner Karriere Gegenwind verspürt und war öffentlicher Kritik ausgesetzt.

Thiem lieferte die beste und die einzige Antwort. Auf dem Platz, mit einer Galavorstellung gegen die Nummer 51 der Welt. Vor den Augen von Novak Djokovic zeigte der 21-Jährige Schläge, die auch der Nummer eins der Welt imponieren mussten. Harte Winner mit Vor- und Rückhand, gefinkelte Stoppbälle, präzise Passierschläge – Thiem offenbarte im einseitigen Finale das ganze Repertoire seiner Schlagfertigkeit. Nach einer Stunde war der arme Portugiese Joao Sousa abgefertigt. "Der Erfolg bedeutet mir viel. Der beste Tennisspieler der Welt hat uns zugeschaut", sagte Thiem.

Der Turniersieg ist nicht nur Balsam auf Thiems Wunden, er ist auch die beste Werbung für die Generali Open in Kitzbühel (2. bis 8.August). Und mit der Stadt am Hahnenkamm hat Thiem bekanntlich noch ein Hühnchen zu rupfen.

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