Sport
05.12.2011

Loacker einziger Weltcup-Bob-Pilot

Mit Walter und Werner Delle Karth, Peter Kienast, Ingo Appelt oder Hubert Schösser ist Österreich eine Bob-Großmacht gewesen.

Doch vor dem Weltcup-Auftakt im heimischen Eiskanal von Innsbruck-Igls werden kleinere Brötchen gebacken. In der Favoritenrolle sind die deutschen Piloten. Der Vorarlberger Jürgen Loacker ist nach dem Rücktritt von Wolfgang Stampfer Österreichs einziger Weltcup-Pilot.

Als Favoriten gelten wieder die Deutschen Thomas Florschütz, Manuel Machata und Maximilian Arndt bzw. bei den Frauen Weltcup-Titelverteidigerin Sandra Kiriasis. Deutschlands Cheftrainer Christoph Langen, der schon in Blickrichtung Olympische Spiele in Sotschi arbeitet, hat eine einfache Devise: "Alle meine Bobs müssen einfach siegen können."

Nach Verletzungsproblemen in der Vorbereitung ist Österreichs Bob-Vertreter Loacker wieder fit. Im Frauen-Bob fuhr die 25-jährige Christine Hengster bei einem Testrennen zuletzt in Königssee erstmals in ihrer Karriere auf das Podest. Die intensive Vorbereitung der Österreicher soll bereits zum Saisonauftakt Früchte tragen. "Beim Team-Event wollen wir den letztjährigen Erfolg wiederholen und wieder auf das Podest kommen. Dafür werden wir die stärkste Mannschaft aufstellen und auf der Hausbahn das Beste geben", erklärte Nationaltrainer Manfred Maier.

Auch im Skeleton-Lager brennt man auf den Saisonauftakt. Matthias Guggenberger ist nach einer durchwachsenen Saison zuversichtlich. "Endlich bin ich verletzungsfrei, konnte die Vorbereitung zu hundert Prozent mitmachen", meinte der 27-jährige Innsbrucker erfreut. Der Druck vor dem Heimrennen ist aber groß: Denn im 1.400 m langen Eiskanal mit seinen 14 Kurven gewann in den vergangenen zehn Jahren kein Österreicher mehr. Bei den ÖBSV-Frauen fühlt sich Janine Flock gerüstet.

"Der Druck macht anfälliger für Fehler", betonte Nationaltrainer Martin Rettl. Die Bedeutung des Auftakts in Igls ist groß und kann über die ganze Saison entscheiden. "Der Einstieg in den Weltcup ist richtungsweisend bis hin zur Weltmeisterschaft in Lake Placid", sagte Rettl. "Aber ein Heimrennen ist immer etwas Besonderes, jeder freut sich darauf und hofft den Heimvorteil ausnützen zu können." Top-Favorit im Skeletonlager ist der Lette Martin Dukurs.