Sport
15.08.2017

Wenn eine Nadel über Medaillen entscheidet

Die serbische Weitspringerin Ivana Spanovic verpasste WM-Edelmetall hauchdünn. Schuld daran war die Startnummer.

Ivana Spanovic wird die am Sonntag zu Ende gegangene Leichtathletik-WM in London so schnell wie nur möglich vergessen wollen. Die serbische Weitspringerin war die tragische Figur in einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale des Damen-Bewerbs.

Die US-Amerikanerin Brittney Reese, die bereits 2009, 2011 und 2013 Gold geholt hatte, setzte sich in einem packenden Wettkampf mit 7,02 m knapp vor Darya Klischina (7,00) durch - die Russin war aufgrund der Sperre ihres Verbandes als neutrale Athletin am Start. Bronze ging an Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Tianna Bartoletta (USA/6,97) mit einem Zentimeter Vorsprung auf Spanovic (6,96). Der Serbin fehlten somit nur sechs Zentimeter zu Gold, dennoch gab es nicht einmal eine Medaille.

Spanovic ging als eine der größten Favoritinnen in den Bewerb, die extrovertierte Athletin, die vor allem auf Instagram sehr umtriebig ist, legte im Finale auch einen tollen Sprung hin. 7,10 Meter lautete die Weite, womit der 27-Jährigen Gold sicher gewesen wäre. Allerdings löste sich ihre Rückennummer vom Trikot und hinterließ einen Abdruck im Sand, was im Endeffekt in dieser Sportart gewertet wird. Dadurch büßte sie fast 20 Zentimeter ein. Schuld war eine Sicherheitsnadel, die sich vom Trikot löste und die Startnummer hängen ließ.

"1. Ungerechtigkeit. 2. ich bin aus Serbien. Ich weiß, dass Gold mir gehört. Früher oder später“, schrieb die wütende Spanovic auf ihrem Twitter-Profil.