Sport
04.04.2012

Kroatischer Star peilt mit Geritzer Medaille an

Acht Jahre nach Silber in Athen will Andreas Geritzer im Sommer vor Weymouth den olympischen Medaillengewinn wiederholen.

Dafür hat der Burgenländer hart gearbeitet, sich vor drei Jahren der Trainingsgruppe in Split angeschlossen und viele Wochen dort verbracht.

Betreut wird der 34-Jährige vom früheren Weltklasse-Lasersegler Mate Arapov, der allerdings auch selbst als Aktiver zu den Sommerspielen will. Im Starboot hofft der Kroate auf erfolgreiche Qualifikation, Geritzer hat seinen Laser-Quotenplatz mit WM-Platz sechs im vergangenen Dezember vor Fremantle (Australien) fixiert.

Arapov galt als guter Segler bei viel Wind, weshalb sich Geritzer für den nur zwei Jahre älteren und in Split lebenden Trainer entschied: "Wir mussten nicht viel umstellen, es ging einfach nur um ein paar Inputs von außen. Wettfahrten sind ins tägliche Training eingebaut. Wir haben bei Starkwind Konstanz reingebracht, das war ja früher mal hopp oder flopp bei mir. Und weil in Split so viele gute Segler sind, siehst du gleich, ob du einen guten oder schlechten Tag gehabt hast. Das ist wie im Skifahren. Wenn du mit den Österreichern mittrainierst, weißt du auch, wo du stehst", erklärte Geritzer.

Es ging um die Optimierung der Segeltechnik, um Vorwindspeed, Wellentechnik und darum, die Durchschnittsgeschwindigkeit so hoch wie möglich zu bekommen. Ein richtiger Schritt in eine gute Richtung sei aber auch die Zeit gewesen, als Geritzer auch mal ohne fixen Trainer unterwegs war. Das war nach dem Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit Steven Johannessen und der kurzen mit Jürgen Brandstötter. "Du wirst offener für deine eigenen Fehler. Was du gut machst, sieht eh immer jeder sofort. Aber wenn du selbst die Fehler zugeben musst, dann wirkt es auch ein bisserl länger nach." In dieser Zeit kümmerte sich OeSV-Sportdirektor Georg Fundak verstärkt um Geritzer.

Mate Arapov hat ein gutes Zeitmanagement, wenn ihn Geritzer braucht, hat das Vorrang. "Wir haben gute Bedingungen in Split, eine gute Gruppe und ich versuche auch das Beste. Zuerst mache ich Fitness, dann bin ich mit Andy ein paar Stunden auf dem Wasser, und wenn ich noch Kraft habe, gehe ich selbst noch ein oder zwei Stunden Segeln", erzählte der WM-Vierte und -Fünfte im Laser im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Die Weltcup-Regatta vor Palma de Mallorca bestreitet er selbst nicht, die finanziellen Ressourcen reichten nicht für den Starboot-Einsatz. Sein Augenmerk gilt der WM, wo er das Ticket für die Sommerspiele lösen will.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, auch weil er die Kampagne mit einem 25 Jahre alten Star fährt. "Ich habe das Boot hergerichtet, ich arbeite viel daran. Es war zuerst in den Niederlanden, kam über Italien, Slowenien in meine Hände. Ich war zweimal im Laser bei den Olympischen Spielen, wenn es im Star nicht funktioniert, ist es nicht so schlimm", sagte Arapow. Und wenn doch, bereitet das Geritzer auch kein Kopfzerbrechen. "Bei den Spielen bist du eh so vorbereitet, dass du das im Optimalfall alles alleine schaffst. Wir werden uns so gut darauf vorbereiten, dass es dann egal sein wird, ob Mate oder Georg auf dem Betreuer-Boot sitzen wird."

Geritzer schätzt den vielseitigen Einsatz seines Trainers. "Mit seinen Voraussetzungen eine Starkampagne zu machen, ist total mutig und zeigt einfach, was für ein Seglerherz er hat. Er hat ein 25 Jahre altes Schiff abgeschliffen und neu lackiert. In einigen Köpfen ist er ein verrückter Typ, aber es möchte es probieren und schaffen und steckt alles rein in die Arbeit." Arapov hat nur lobende Worte für seinen österreichischen Schützling: "Wenn du so lange segelst, musst du sehr motiviert ein, um den Level zu halten. Er arbeitet so viel. Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden und ich denke, ich kann ihm helfen. Es braucht ja nur noch ein paar Kleinigkeiten, die verbessert werden müssen. Dann kann er wieder eine Medaille bei Olympia holen."