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Sport
09/12/2012

Kletter-WM: Österreichische Favoriten

Bei den Titelkämpfen in der Halle von Paris Bercy planen die österreichischen Kraxler den Gipfelsturm.

Die Gipfel, die den Sportkletterern Berge geben, haben alle ein Dach überm Kopf und sind für Puristen und Traditionalisten ein Stein des Anstoßes. Nicht nur dass die besten Kletterer dieser Welt ihre Gipfelstürme in Hallen fabrizieren, auch ihre mächtigen Steilwände haben so überhaupt nichts von Natur pur.

Bizarre Formationen aus Spanplatten und Holz, kitschige Kolosse aus Kohlefasern – so sieht er aus, der unnatürliche natürliche Lebensraum aller Sportkletterer.

Auch bei der Weltmeisterschaft in Paris, die am Mittwoch beginnt, werden die Gipfelsiege wieder Indoor gefeiert. In den berühmten Hallen von Paris Bercy, Jahr für Jahr Schauplatz des Paris Tennis-Masters, stehen fünf Tage lang die besten Kletterer der Welt hoch im Kurs.

Wenn Wand in Sicht ist, dann ist auch für Österreichs Kraxler bei ihrer Medaillenjagd meist viel Land in Sicht. Seit Jahren dominieren die Österreicher die internationale Kletterszene, und für nahezu alle 18 Mitglieder der heimischen WM-Seilschaft ist bei den Titelkämpfen eine Medaille in Griffweite.

Olympischer Traum

Dabei gibt es in Paris (ORF Sport plus überträgt live) diesmal weit mehr zu gewinnen als nur WM-Titel und Medaillen. Die 600 Kletterer aus 57 Nationen kraxeln vor allem um Anerkennung. Das Sportklettern kämpft mit sechs weiteren Sportarten um die Aufnahme in das olympische Programm für die Spiele 2020.

Bis zur Entscheidung im kommenden Jahr sind die Sportkletterer also nicht nur Konkurrenten sondern auch Botschafter eines gemeinsamen olympischen Traums. "Für unseren Sport wäre Olympia eine wunderbare Sache", meint denn auch Angela Eiter, die österreichische Grand Dame des internationalen Vorstieg-Kletterns.

Eiter hat nun schon seit einem Jahrzehnt die Steilwände und die Gegnerinnen fest im Griff. Die 26-jährige Pitztalerin gewann drei Mal den Gesamtweltcup und ist als dreifache Weltmeisterin in Paris auch Titelverteidigerin. Erst vor zwei Wochen gewann Eiter zum sechsten Mal den Rock Master in Arco, das Wimbledon der Kletterer.

"Das hat motiviert. Jetzt weiß ich, dass ich auch in Paris um eine Medaille mitkämpfen kann", so Eiter, deren größte Konkurrentin – wie könnte es anders sein – eine Teamkollegin ist. Johanna Ernst ist ebenfalls bereits eine Weltmeisterin ihres Faches (2009).

Vorstiegsklettern und Bouldern

Auch bei den Herren führt im Vorstiegsklettern der Gipfelsieg nur über einen Österreicher: Jakob Schubert reist als amtierender Weltcup-Gesamtsieger nach Paris.

In der Disziplin Bouldern, bei der ohne Seil geklettert wird und zwei bis drei Meter hohe Hindernisse überwunden werden müssen, stehen ebenfalls die rot-weiß-roten Kraxler im Fokus: Die Tirolerin Anna Stöhr hat in Paris den WM-Titel zu verteidigen, ihr Freund Kilian Fischhuber, fünffacher Weltcup-Gesamtsieger, greift nach dem ersten WM-Gold seiner Karriere.



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