Kitzbühel-Wochenende als voller Erfolg

ABFAHRT DER HERREN IN KITZBÜHEL: ÜBERSICHT
Foto: APA/HANS KLAUS TECHT Erneut drängten sich zehntausende Zuschauer in den Zielraum.

Kitz 2013 : Vier verschiedene Sieger, glückliche Fans, zahlreiche Promis und Superstar Marcel Hirscher.

Nach den Wetterproblemen des Vorjahres waren die 73. Hahnenkamm-Rennen im Jahr 2013 wieder ein "kompletter" Knüller. Slalom-Sieger Marcel Hirscher, Abfahrts-Triumphator Dominik Paris (jeweils 70.000 Euro) und Kombi-Seriensieger Ivica Kostelic (67.400) ließen punkto Preisgeld auch den norwegischen Super-G-Gewinner Aksel Lund Svindal (52.700) hinter sich. Am Ende gab es ein bemerkenswert leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt der klassischen Kombination, die 2014 durch eine Super-Kombi ersetzt werden soll.

Geschafft: Marcel Hirscher hat am Sonntag für den heiß ersehnten Heimerfolg in Kitzbühel gesorgt. Der 23-Jährige zauberte eine tolle zweite Fahrt auf den Ganslernhang hinunter. Für die zahlreichen österreichischen Fans, die an den Tagen zuvor bereits zwei Podestplätze hatten bejubeln dürfen, war Hirschers Auftritt DAS Highlight. Deswegen hatte man sich auch dem Alter entsprechend vor dem Spektakel in Stimmung gebracht. Hirscher lag nach dem ersten Lauf knapp hinter zwei Italienern. Im Zweiten Durchgang zündete er sein Turbo an. Felix Neureuther blieb mit acht Zehntel Rückstand nur der zweite Rang. Die angereisten deutschen Fans konnten nicht unzufrieden sein. Benjamin Raich war der andere große österreichische Sieger am Sonntag. Der Routinier fuhr vom 25. auf den 5. Rang. Enttäuscht wird hingegen Stefano Gross sein. Der nach dem ersten Lauf führende Italiener verpatzte den zweiten völlig - Rang elf. Zu den Enttäuschten an diesem Tag zählt auch Reinfried Herbst, der im 2. Durchgang einfädelte. Manfred Pranger kam als Neunter immerhin unter die Top Ten. Samstag hatten mit diesem Mann nicht viele gerechnet: Dominik Paris sicherte sich den Sieg beim Abfahrtsklassiker in Kitzbühel. Der mit der Startnummer 20 ins Rennen gegangene Italiener sorgte mit seinem erst zweiten Weltcup-Erfolg für eine faustdicke Überraschung. "Im Ziel habe ich meinen Augen nicht getraut", jubelte der 23-Jährige. Auf dem zweiten Rang landete der kanadische Speed-Spezialist Erik Guay. Hannes Reichelt sorgte mit dem dritten Platz dafür, dass Österreich beim prestigereichen Event auch was zu jubeln hat. Lange vorne war auch Max Franz gelegen, am Ende wurde es ein starker sechster Rang. Hinter Franz landete Routinier Klaus Kröll. Unter den besten Zehn landete mit Georg Streitberger (9.) ein weiterer ÖSV-Läufer. Der größte Favorit, der Norweger Aksel Lund Svindal, musste sich mit dem zehnten Rang zufrieden geben.

Nicht nur Kostelic, der beim Zusammenzählen der Zeiten aus der Samstag-Abfahrt und des Spezialslaloms am Sonntag (2 Durchgänge) nun zum bereits vierten Mal in Folge der Schnellste war, brach nach dem Slalom eine Lanze für die bestehende Version. "Es ist ein Riesenfehler, damit aufzuhören", sagte der Kroate und stellte klar. "Ich sage das nicht, weil ich sie immer gewinne. Denn ich bin in einem oder zwei Jahren sowieso weg."

Kostelic erinnerte vielmehr an die große Tradition und verwies auf die Existenz dieser seit 1931 durchgeführten Wertung. "So etwas zu zerstören, ist unglaublich. Heute kann man alles bauen, aber nicht Tradition. Das ist der älteste Bewerb im Skisport. Und der wird durch eine weitere Super-Kombination, einem Hybrid-Bewerb, nichts gewinnen, aber viel verlieren."

Streifall Super-Kombi

Der Internationale Skiverband (FIS) braucht neben Wengen einen zweiten Schauplatz für eine Super-Kombination (ein Speed-Rennen, ein Slalom-Durchgang an einem Tag) im Weltcup, um damit auch im Olympia-Programm zu bleiben. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) ist aber gegen eine Austragung in Kitzbühel. Nachdem die FIS den Wegfall von Weltcup-Punkten für die klassische Kitz-Kombi angekündigt hatte, war ein Kompromiss (Super-G am Freitag ist auch Kombi-Speedrennen) ausgehandelt worden.

Dich fix ist noch immer nichts für die 74. Kitzbühel-Auflage. Der schon beschlossene Kalender für 2013/14 ist - allerdings vor allem wegen des Damen-Programms - zur Überarbeitung an den Vorstand zurückverwiesen worden.

Bemerkenswert war, dass mit Marcel Hirscher und Felix Neureuther auch zwei deutlich jüngere Fahrer, die an der klassischen Kombi gar nicht teilgenommen hatten, Kostelic zustimmten. "Ivica hatte recht mit seinen berührenden Worten", erklärte etwa der 23-jährige Hirscher. "Ich glaube, Tradition sollte im modernen Skisport erhalten bleiben. Es wäre sehr schade, diese Kombination zu streichen. Ich würde es bedauern ..... wenn Funktionäre diese klassische Kombi auf ewige Zeiten zerstört hätten."

Hirscher hatte am Sonntag wie - Tina Maze in Maribor - Nerven bewiesen und war unter höchstmöglichem Druck und vor 21.000 Zuschauern zum Triumph im Heimrennen gefahren. "Das war eine gute Generalprobe für die WM", stellte der wie Maze im Weltcup führende Salzburger vor seinem Abflug zum City Event in Moskau, dem letzten Bewerb vor den Weltmeisterschaften in Schladming, zufrieden fest.

(apa / lm) Erstellt am
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