Sport
02.02.2012

Jukic strebt Klage gegen NADA-Doping-Kontrollor an

Vom Vorwurf, einen Doping-Test verweigert zu haben, ist Österreichs Schwimm-Ass Dinko Jukic im vergangenen Oktober freigesprochen worden.

Dennoch strebt der 23-Jährige nun eine Klage gegen jenen Kontrollor der Nationalen Anti Doping Agentur ( NADA) an, der beim Probeversuch im Mai 2011 involviert war.

Wie Jukic bekanntgab, werde er das NADA-Organ auf dem Weg einer Zivilrechtsklage wegen grober Fahrlässigkeit klagen und falls nötig bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen. "Es gibt keine Sanktionen, es gibt keine Strafe, das Ganze ist eine Farce", erklärte Jukic, der das NADA-Urteil vor wenigen Tagen zugestellt bekam.

Der SC-Austria-Wien-Athlet legt dem Kontrollor mehreres zur Last. So habe er Jukic damals im Stadionbad zuerst eine Trainingserlaubnis gegeben, dann aber am Protokoll nachträglich einen verweigerten Test mit einer früheren Uhrzeit eingetragen. Zudem ist das Protokoll weder vom Kontrollor unterzeichnet, noch wurde es Jukic zur Unterschrift vorgelegt. Das belegte Jukic mit einer Kopie. Die üblichen beiden Durchschläge habe der Ex-Kurzbahn-Europameister auch nicht erhalten. Eine schiefe Optik sieht Jukic darüber hinaus darin, dass die betreffende Person im Zivilberuf Polizist sei. Jukic will auch schon gehört haben, dass der Kontrollor als Reaktion eine Verleumdungsklage plane.

Das schreckt das bereits für Olympia in London qualifizierte OSV-Ass keineswegs. "Ich werde schauen, dass ich das Recht bekomme, wie es mir zusteht." Im Gegenteil sieht der zweifache Olympia-Semifinalist 2008 dem Prozess fast schon mit Vorfreude entgegen. "Was dich nicht umbringt, macht dich noch stärker. Die NADA ist aber nicht so wichtig, dass ich meine ganze Zeit dafür aufwenden werde."

Gegen das Schreiben bzw. die NADA geht Jukic nicht vor, obwohl ihm am Verfahren viel missfallen hat. "Ich werde nichts weitergeben an die Schiedskommission, die die Macht hat, das Ersturteil zu verändern, mich für Olympia zu sperren. Ich setze mich da keiner Gefahr aus." Gleichzeitig betonte er, nie gedopt zu haben: "Solange Fruchtjoghurt nicht auf der Dopingliste steht, werde ich negativ sein."

Mit der NADA ging Jukic stark in die Kritik. "Es gibt keine Sanktionen, keine Sperre. Warum das dann eigentlich? Das Ganze war eine Farce", resümierte er. Erhebliche Kosten für rund 30 Stunden Verhandlung hätten Jukic und der nationale Schwimmverband ( OSV) zu tragen. Jukic meinte, dass es von Anfang an eine Vorverurteilung seiner Person gegeben habe, das NADA-Personal auch oft weder kompetent noch gut ausgebildet sei.

"Viele leben da nicht für den Sport, sondern vom Sport", sagte wiederum Trainervater Zeljko Jukic. Sein Sohn fügte sinngemäß an, dass er glaube, dass es nicht ohne Politik-Einfluss abgegangen und die Sache für ihn nicht ausgestanden sei. Nach Verpassen des Tests darf er binnen 18 Monaten keine weiteren zwei "missed tests" haben. Er glaubt aber, dass die NADA das anstrebt. "Das wird in den 18 Monaten eine Verfolgung sein."

Sauer stößt es dem neunfachen Medaillengewinner auf, dass mit NADA-Rechtskommissionschef Gernot Schaar der Leiter der Verhandlung befangen gewesen sei. Er habe während der Diskussionen um die Kontrolle im Stadionbad in dieser Causa mit NADA-Mitarbeiter Michael Mader Kontakt gehabt. Bei NADA-Chef Andreas Schwab sehen die Jukic darin einen Interessenskonflikt, dass sein Sohn Matthias ein bekannter Golfer ist.

Für Andreas Schwab ist das Einschlagen des Gerichtswegs durch Jukic durchaus zu akzeptieren. "Das ist okay. Wir leben in einem Rechtsstaat. Dieses Recht steht auch ihm zu", meinte er zur APA - Austria Presse Agentur. OSV-Generalsekretär Thomas Gangel wiederum bestätigte, dass der OSV Verfahrenskosten zu tragen habe. Allerdings sei noch keine Rechnung eingelangt, daher könne er über die Höhe noch nichts sagen.