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Sport
07/31/2012

Jukic steht im Finale und droht

Heute schwimmt der 23-Jährige um eine Medaille. Nationale Bewerbe bestreitet er nur, wenn Funktionäre gehen.

Markus Rogan und Dinko Jukic – zwei der erfolgreichsten Sommersportler Österreichs und auch zwei der lautesten. In London sorgen die beiden Egozentriker aber für Misstöne beinahe schon im Tagesrhythmus.

Nach seinem gestrigen Vorlaufsieg über 200 Meter Delfin (Superstar Phelps wurde Zweiter) und seinem ersten olympischen  Finaleinzug (als Semifinal-Sechster) griff Dinko Jukic  die österreichische Verbandsspitze frontal an.  "Ich schwimme keinen  Wettkampf unter Verbandsorganisation mehr, so lange diese Leute in der Verbandsspitze sind", sagte Jukic  in der Mixed-Zone gegenüber Journalisten.

Dazu gehören auch die für Donnerstag bis Sonntag nächster Woche in Innsbruck angesetzten Freiluft-Staatsmeisterschaften. Jukic hat seinen Rückflug auch erst für Montag, 13. August gebucht, den Tag nach den nationalen Titelkämpfen.

Ausnehmen von seiner Kritik wollte der 23-Jährige OSV-Präsident Paul Schauer und Generalsekretär Thomas Gangel. Gegen die Leute dahinter holte Jukic aus. "Es war stark, was sich der Vizepräsident und die Personen in Begleitung bei der EM in Debrecen geleistet haben", sagte Jukic.

Damals, Ende Mai, soll Jukic Funktionäre des Schwimmverbandes beleidigt haben, ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet. "Aber das nehme ich erst ernst, wenn ich ein Protokoll vom Verfahren gegen Markus Rogan 2009 in Rom sehe. Anscheinend habe ich den falschen Nachnamen." Seine Aussage im Disziplinarverfahren hat Jukic verschoben, da er sich vor Olympia im Trainingslager in Rijeka befunden habe.

Einer gegen Alle

Der gebürtige Kroate sagte, dass ihn Österreichs Schwimmsport nach Olympia noch mehr als bisher brauchen werde. "Wenn Markus nach den Spielen nicht mehr schwimmt und mit mir ein Problem da ist, dann ist niemand mehr da."

Präsident Paul Schauer meinte dem ORF gegenüber, dass man Jukic für Olympia keine Probleme in den Weg gelegt habe. "Sonst wäre er ja nicht am Start. Seine Leistung  war großartig", räumte Schauer ein. "Es gab den Vorfall in Debrecen, ein Wortgefecht mit der Delegationsleitung." Das selbstständig agierende Verbandsgericht werde nun genau prüfen, eine Verbandsstrafe stehe im Raum. Schauer: "Das Wortgefecht war kein Gefecht, es war einseitig."

Der Verbandsboss sagte auch, dass es nicht  geht, dass Jukic verdiente und  ehrenamtliche Funktionäre angreifen würde. "Es gibt Tonbandaufnahmen, das ist nicht so einfach." Schauer hob aber auch hervor, dass er Jukic für einen hervorragenden Schwimmer hält.

Die Aussagen von Markus Rogan in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" gegen Hermann Maier habe er nicht gehört. "Gerade Hermann Maier verfügt über einen unglaublich gesunden Hausverstand und hat eine hohe soziale Intelligenz. Solche Aussagen sind verzichtbar. Da ist mir noch lieber, die Sportler greifen den Verband an."

Maier bleibt ruhig

Maier bleibt ruhig  Hermann Maier, der sich im Ausland befindet, wollte dem KURIER gegenüber Rogans Entgleisung nicht kommentieren. Er   habe  sie zudem selbst gar nicht gehört. Er werde aber von 8. bis 10. August in London sein und sich das 200-Meter-Finale mit Usain Bolt ansehen.

Naturgemäß sauer auf Rogan ist der Präsident des ÖOC, Karl Stoss. "Was da im Kopf vorgeht, weiß ich beim besten Willen nicht."

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