Viel beschäftigt: Dinko Jukic, 26, ist bei einem kroatischen Verein gemeldet, er coacht Kinder in Bulgarien und trainiert in Istanbul.

© Agentur Diener/DIENER / Georg Diener

Interview
12/18/2015

Jukic: "Ich bin nicht untergetaucht"

Österreichs bester Schwimmer Dinko Jukic trainiert derzeit in der Türkei – und hofft auf Olympia.

von Florian Plavec

Hohe Wellen schlug der KURIER-Bericht vom Mittwoch unter dem Titel "Das Rätsel Dinko Jukic". Sowohl das ÖOC als auch der Schwimmverband gaben an, derzeit keinen Kontakt zu Österreichs bestem Schwimmer zu haben. Als letzter Eintrag auf der Homepage www.dinkojukic.at fand sich eine Aussage, dass der 26-Jährige nicht mehr mit dem Schwimmverband zusammenarbeiten würde. Dies allerdings wäre vermutlich gleichbedeutend mit einem Aus für Olympia in Rio 2016, da der Verband dem ÖOC einen Sportler für eine Nominierung vorschlagen muss. Noch am Mittwoch meldete sich Jukic beim KURIER und bat um einen Rückruf. Es gäbe einiges zu besprechen ...

KURIER: Herr Jukic, schön, dass Sie sich gemeldet haben. Wie geht es Ihnen?

Dinko Jukic: Ich bin nach dem Bericht am Mittwoch doch einigermaßen erstaunt. Denn ich sehe den KURIER als Qualitätszeitung. Deshalb möchte ich jetzt einiges klarstellen.

Und zwar?

Ich bin natürlich erreichbar. Meine Telefonnummer hat sich seit 2010 nicht geändert. Und selbstverständlich schwimme ich auch noch.

Laut Ihrem Verein PK Primorje aus Rijeka zuletzt im März.

Das stimmt nicht. Bei dem Verein schwimmen 700 Leute, da weiß eine Sekretärin, mit der Sie offensichtlich gesprochen haben, nicht, wer wann geschwommen ist. Ich bin das letzte Mal im November für Primorje geschwommen, obwohl ich verletzt war. Das war aber keine gute Idee, denn es hat sich alles verschlimmert.

Wie schwer ist die Verletzung?

Ich hatte Probleme mit Ellenbogen, Schulter und zuletzt den Bandscheiben. Deshalb bin ich letzte Woche auch nicht bei den kroatischen Mannschaftsmeisterschaften geschwommen.

Wie oft sind Sie in Österreich?

Regelmäßig. Ich war in Österreich auf Reha und zuletzt auch im IMSB Südstadt. Dort habe ich unter anderem mit dem Team von Hans Holdhaus gearbeitet. Wie man sieht, bin ich nicht untergetaucht. Ich habe mich einfach vollkommen auf mich selbst konzentriert.

Aber finden Sie es nicht komisch, dass weder das ÖOC noch der Schwimmverband einen Kontakt zu Ihnen haben?

Nein. Ich bringe im Moment meine Limits nicht, demnach bin ich für sie auch kein Thema. Wir haben voneinander nichts gebraucht und deshalb auch nichts voneinander gehört. Und wenn sie mich erreichen wollen, ist das natürlich möglich. Sie haben meine eMail-Adresse und meine Telefonnummer.

Auf Ihrer Homepage www.dinkojukic.at haben Sie allerdings geschrieben, mit dem OSV nichts mehr zu tun haben zu wollen.

Das war eine Homepage, die ein Schüler als Maturaprojekt gemacht hat, nichts Offizielles. Ich habe mich heute darum gekümmert, dass die Homepage offline geht. Meine Aussage stammt aus dem Jänner 2015, damals gab es tatsächlich Probleme mit dem Verband. Wir haben uns dann im Februar noch einmal zusammengesetzt und uns geeinigt.

Wie und wo trainieren Sie im Moment?

Ich bin jeweils drei bis vier Wochen in Istanbul, wo ich mich beim Schwimmklub Galatasaray mit meinem Trainer auf Olympia vorbereite. Dann bin ich immer so zirka fünf Tage in Wien oder in Rijeka.

Sind Sie nicht auf die finanzielle Unterstützung aus dem Projekt Rio angewiesen?

Das ist im Moment kein Thema, ich bin seit 2013 nicht mehr beim Projekt Rio dabei. Solange ich keine Ergebnisse bringe, bleibe ich auch draußen. Sobald ich die Limits erbringe, werde ich wieder drinnen sein. Das ist mit Peter Schröcksnadel (dem Chefkoordinator des Förderprojekts für Olympia 2016; Anm.) so abgesprochen.

Sie arbeiten auch als Trainer mit Kindern in Bulgarien. Dort soll es Probleme gegeben haben?

Probleme ist zu viel gesagt. Ich weiß, von wem das ausgeht. Dieser Mann ist aus meiner Sicht einfach krank. Doch solche übermotivierte Eltern gibt es überall. Ich arbeite sehr gerne mit diesen Kindern zusammen. Einem Vater hat das nicht gepasst und der hat angekündigt, mit seinem Sohn den Verein zu verlassen. Dann musste ich den Kader für die Staatsmeisterschaften aufstellen, maximal acht Kinder pro Jahrgang. Da ich viele andere gute junge Schwimmer habe, habe ich den Sohn dieses Mannes nicht aufgestellt. Seitdem versucht er, mich und den Verein schlechtzureden.

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