Sport
03.05.2017

Handball: Österreich ist gegen Spanien Außenseiter

Die wahren Gegner sind Bosnien, Finnland - und die Birke.

Nur gut, dass Handball kein Freiluftsport ist. Nicht auszudenken, Thomas Bauer müsste sein Tor zwischen einer Birke und einem Olivenbaum hüten. Die Pollen dieser beiden Gewächse kann die Nummer eins des Nationalteams mitunter schwerer bändigen als die härtesten Bälle, die auf ihn zufliegen. "Seit ich in Frankreich spiele, habe ich plötzlich Heuschnupfen. Das ist echt lästig", erzählt Bauer. Als würde er heute Abend nicht ohnehin schon alle Hände voll zu tun haben.

Österreichs Herren messen sich in Innsbruck in der EM-Qualifikation mit Spanien (20.25 Uhr, ORF Sport plus), und damit steht Goalie Bauer zwangsläufig im Mittelpunkt. Denn die Spanier gehören seit Jahren zur Beletage des Handballsports, in Innsbruck kreuzen die Iberer gleich mit sieben Spielern auf, die 2013 den WM-Titel gewinnen konnten. "Das ist eine Riesenmannschaft", weiß Teamchef Patrekur Jóhannesson, "in Wahrheit geht’s gegen Spanien nur um Bonuspunkte. Wir müssen unsere Spiele gegen Finnland und Bosnien gewinnen."

Mutig & clever

Der Isländer verlangt von seiner Mannschaft keine Sensation, aber er fordert, dass die Spieler in den beiden Duellen mit dem Gruppenfavoriten (am Samstag findet das Rückspiel in León statt) zumindest ihr Leistungspotenzial abrufen. "Wir müssen mutig, clever und diszipliniert sein", sagt Jóhannesson. "Wir müssen da sein, wenn die Spanier eine kurze Phase der Arroganz haben", ergänzt Torhüter Thomas Bauer, der diesmal die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führt.

Der 31-Jährige ist so etwas wie der emotionale Leader dieser österreichischen Nationalmannschaft. Einer, der Klartext spricht und auch einmal interne Kritik übt. Noch allergischer als auf Birken und Olivenbäume reagiert Bauer, wenn das Team Siege leichtfertig aus der Hand gibt, wie zum Auftakt der EM-Quali gegen Finnland (27:31). "Wenn wir zur EM wollen, dann muss es unser Anspruch sein, dass wir Finnland und Bosnien besiegen."