Sport
28.01.2012

Gut und teuer: Geld regiert die Sportwelt

Von einem Homerun-König, einem Deckhengst und teuren Veranstaltungen.

Was ist schon eine halbe Million Euro, die der Salzburger Fußball-Klub für einen einzigen Punkt investiert? Wenig – wie der Blick in die weite, teure Welt des Sports zeigt. Mit dem gesamten Personaletat von Meister Sturm Graz (neun Millionen Euro) entlohnt der AC Milan gerade einmal Zlatan Ibrahimovic.

Nicht nur die Kosten für das Personal sind in den letzten Jahren in schwindelerregende Höhen gestiegen, auch die Veranstaltungen selbst sprengen Jahr für Jahr alle Dimensionen. Legt man bei der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine die Gesamtausgaben auf die Anzahl der Partien um, kostet jedes der 31 Spiele mindestens 322 Millionen Euro – Tendenz weiter steigend. Schuld daran sind die notwendigen Infrastruktur-Maßnahmen.

Zum Vergleich: Bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz kamen die Veranstalter mit 20,7 Millionen Euro pro Partie vergleichsweise günstig weg.

Edles Sperma

Die kickende Zunft ist aber längst kein Einzelfall, was aberwitzige Summen betrifft. Totilas ist das teuerste Pferd der Welt, 10 Millionen Euro hat der 630 Kilo schwere Star im Dressursport gekostet. Geld verdienen die Besitzer mit Befruchtungen, 4000 pro Samenspende, weitere 4000 kommen im Erfolgsfall dazu. 500 Millionen Spermien enthält eine Portion Samen. Eine Spermie kostet 0,0016 Euro, wenn sie fleißig und somit erfolgreich ist.

In der Formel-1-Saison 2011 war das Team von Red Bull auch in Sachen Effizienz weltmeisterlich unterwegs. Mit einem Budget von 200 Millionen Euro holte der Rennstall 650 WM-Punkte. Ein Punkt kostete demnach 300.000 Euro. Mit dem gleichen Budget holte Ferrari nur 375 Punkte (530.000 Euro). Am teuersten kam ein WM-Punkt Williams: Bei 80 Millionen Euro Budget kostete jeder der fünf Punkte 16 Millionen.

In der US-Football-Liga war Tom Brady eine Klasse für sich. Der Quarterback der New England Patriots warf 39 Touchdowns und verdiente 13,7 Millionen Euro. Ein Touchdown-Pass kostete 351.000 Euro.

Ein schwaches Jahr hatte Alex Rodríguez hinter sich. Der mit 32 Millionen Euro pro Jahr (ohne Werbeeinnahmen) bestbezahlte Mannschaftssportler der Welt schlug für das Baseball-Team der New York Yankees 16 Homeruns, so wenige wie seit 1995 nicht mehr. Somit kostete jedes der seltenen Vergnügen zwei Millionen Euro.

Österreichs Eishockey-Export Thomas Vanek verdient in der NHL pro Jahr 6,4 Millionen Euro. Er traf in der vergangenen Saison 37-mal, jedes seiner Tore kostete seinen Buffalo Sabres damit fast 173.000 Euro.

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