Gruppe mit Neuper bewirbt sich um ÖGV-Vorstand

Ex-Skispringer fordert Präsident Wittmann heraus
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Eine Gruppe rund um den Hohe-Brücke-Eigner Wilhelm Gorton tritt am kommenden Samstag bei der Generalversammlung und Vorstands-Wahl des Österreichischen Golfverbandes (ÖGV) in Wien als Herausforderer von Präsident Franz Wittmann an.


Eine Gruppe rund um den Hohe-Brücke-Eigner Wilhelm Gorton tritt am kommenden Samstag bei der Generalversammlung und Vorstands-Wahl des Österreichischen Golfverbandes (ÖGV) in Wien als Herausforderer von Präsident Franz Wittmann an. Mit im Gorton-Team ist u.a. der ehemalige Skispringer und zweifache Vierschanzentournee-Sieger Hubert Neuper.

Gorton sieht dringende Verbesserungs-Notwendigkeiten im Wirtschafts- und Marketingbereich, Neupers Erfolgs-Visionen beinhalten Ziele wie Olympia-Gold 2016 und einen Österreicher als Nummer eins der Welt. Lediglich der derzeit von Niki Zitny verantwortete Sportbereich blieb bei der Präsentation der Gruppe am Mittwoch in Wien unkritisiert, in den restlichen Bereichen wirft Gorton der aktuellen ÖGV-Führung vor, dass volle Information, Transparenz und demokratische Gesinnung für diese ein Fremdwort darstelle. Auch das Marketing sei unprofessionell. "Nur fünf Prozent der Gesamteinnahmen kommen aus dem Sponsoring-Bereich", bekrittelte Gorton. Umgekehrt sei der Organisationsapparat extrem teuer. "Fast die Hälfte der Mitgliedsbeiträge gehen in die Verwaltung, so wird Vereinsvermögen verschwendet", behauptete Gorton bei einer Pressekonferenz.

Sollte sich Gorton mit seiner Mannschaft durchsetzen, würde Neuper im Bereich Marketing tätig werden. Der 51-jährige Steirer, der zu Hause in Bad Mitterndorf u.a. eine Skischule leitet und alljährlich den Skiflug-Event am Kulm für den ÖSV organisiert, ist seit je her ein Mann der Visionen und der Begeisterung. Er habe als Organisator des World Sports Awards gelernt, dass es zwei bis drei Weltsportarten gebe. Neuper: "Golf ist eine davon. Golf findet aber in Österreich in den großen Medien nicht statt. Irgendetwas stimmt hier nicht", sagte der ehemalige Sporthilfe-Geschäftsführer.

Deshalb würde mit dem neuen Team nicht nur an der Basis neu strukturiert werden müssen - Stichwort Familienfreundlichkeit - auch an der Spitze brauche es große Aushängeschilder. Ein Österreicher als Olympiasieger 2016 oder gar als Nummer eins der Welt wäre so eine "Lokomotive", wie sie einst Thomas Muster für das Tennis gewesen sei.

"Mich interessieren Dinge, die andere für unmöglich halten. Unser Produkt muss angreifbar gemacht werden, sonst spürt es niemand", erklärte Neuper. "Ich weiß, dass es fast schon verrückt ist und dass ich ein Trottel bin, wenn ich das jetzt so sage. Aber das Ziel muss sein, die Nummer eins der Welt oder eine Olympiamedaille zu haben. Man muss an eine Sache einfach glauben", führte der Ex-Sportler, der einst zum Stamm des österreichischen "Skisprung-Wunderteams" gehört hatte, weiter aus.

Im Erfolgsfall kann Neuper auf den Rat einen prominenten Ex-Kollegen zurückgreifen. Olympiasieger Toni Innauer hat sich bereiterklärt, im Beirat mitzuhelfen. Gorton: "Alleine Olympia ist eine goldene Chance für den Sport und die Wirtschaft Österreichs."

Für den ehemaligen Rallye-Fahrer Wittmann wäre eine Wiederwahl die dritte und letzte Dreijahres-Periode. Der Rekord-Staatsmeister aus Niederösterreich wies alle Vorwürfe der Gorton-Gruppe auf das Heftigste zurück und sprach von einer "Schmutzkampagne". Wittmann: "Wir sind eine kleine Familie. Ich bin ein Ehrenmann und das ist ein Politikum, das ich nicht gewohnt bin."

(KURIER) Erstellt am
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