Herausragend: Yego warf Jahresweltbestleistung.

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Leichtathletik
08/26/2015

Gold-Premiere für Kenia

Julius Yego ist nur 1,73 Meter groß – jetzt ist der Kenianer Speerwurf-Weltmeister.

Seit der Einführung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften anno 1983 war der Speerwurf eine europäische Domäne: Tschechen und Finnen (je vier Titel) dominierten, zwei Deutsche, ein Este, ein Norweger, ein Russe und ein Südafrikaner holten die übrigen Titel. Seit Mittwoch hat sich das radikal geändert: In Peking siegte ein Kenianer vor einem Ägypter – und einem Finnen.

Julius Yego, 26, gewann mit der Jahresweltbestweite von 92,72 Metern. Auf den Plätzen: Der gleichaltrige Ihab Abdelrahman El Sayed (88,99) und der 33-jährige Tero Pitkamäki (87,64); es folgten drei Deutsche, ein Finne und ein Tscheche. Der Sieger, das vierte von sieben Kindern der Familie aus dem Nandi South County, wurde als YouTube-Mann bekannt: Weil es in Kenia keine ausgebildeten Speerwurf-Trainer gab, verbrachte Yego unzählige Stunden in Internetcafés in Nairobi und Eldoret, um seinen Stil mit Videostudium zu verbessern.

Als erster Kenianer gewann er 2011 bei den Afrika-Spielen; als Erster qualifizierte er sich für das olympische Finale 2012 in London, wo er sich vor dem Bewerb das Knie verdrehte und mit diesem Handicap Zwölfter wurde; und bei der WM 2013 in Moskau wurde er Vierter, erst im letzten Versuch wurde er noch vom Bronzerang geworfen. Die 92,72 Meter von Peking sind persönliche Bestleistung, und das ist umso bemerkenswerter, als beinahe alle Konkurrenten rund 20 Zentimeter größer sind als der 1,73 Meter hohe neue Weltmeister. Nicht minder bemerkenswert: Im Mai stand seine Bestleistung noch bei 86,88 Meter.

Yegos Landsfrau Hyvin Kiyeng Jepkemoi sorgte anschließend über 3000 Meter Hindernis für die sechste kenianische Goldmedaille dieser WM. Die im Medaillenspiegel zweitplatzierten Briten halten bei drei Goldenen.

Bolt vs. Gatlin, Teil 2

Sicher kein Gold gibt es im 200-Meter-Finale der Herren am Donnerstag (14.55 Uhr MESZ) – es ist nämlich kein Kenianer am Start. Bester der Semifinalläufe war Justin Gatlin (USA/19,87), Usain Bolt (JAM/19,95) trabte entspannt zur persönlichen Saisonbestleistung.

Bolt und Gatlin bereit zum Zweikampf

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