Traum erfüllt nach 49 Kilometern Solofahrt: Simon Geschke

© APA/EPA/YOAN VALAT

TOUR DE FRANCE
07/22/2015

Geschke siegt, Froome bleibt vorn

Der Teamkollege von Georg Preidler nutzt seine Chance und gewinnt in Pra Loup.

Erst schrie Simon Geschke seine ganze Freude heraus, dann flossen vor lauter Glück die Tränen. Nach einem bravourösen 49-Kilometer-Soloritt durch die Alpen ist der Berliner mit Wohnsitz Freiburg am Ziel seiner Träume angelangt. Geschke gewann fast sensationell die 17. Etappe in Pra Loup fügte der deutschen Erfolgsstory bei der 102. Tour de France ein weiteres Kapitel hinzu. Der 29-Jährige erreichte nach 161 Kilometern mit einem Vorsprung von 32 Sekunden auf den Amerikaner Andrew Talansky als Erster den Skiort. Dritter wurde der Kolumbianer Rigoberto Urán 1:01 Minuten zurück.

"Das ist der schönste Tag in meinem Leben. Jeder träumt als Kind von so einem Sieg. Ich wusste, dass ich durch die Schmerzgrenze durch muss. Ich hatte noch Krämpfe am letzten Anstieg, aber heute hat alles gepasst", sagte Geschke, der sich immer wieder die Tränen aus den Augen wischte. "Ich habe es heute mit der Brechstange probiert, soviel habe ich ja in meiner Karriere noch nicht gewonnen."

Der 29-Jährige, der erst durch die Formschwäche von Sprintstar Marcel Kittel ins Tour-Team gerutscht war, sorgte mit seinem Coup für den fünften Etappensieg eines deutschen Radprofis bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Zugleich erlöste er sein Giant-Alpecin-Team, das nach vielen Enttäuschungen erstmals jubeln durfte. Bester der drei Österreicher ist Geschkes Teamkollege Georg Preidler, der als Gesamt-93. 2:11:25 Stunden Rückstand auf den Besten hat.

Souveräner Froome

Der heißt weiter Christopher Froome (Sky): Der Brite erreichte 7:16 Minuten hinter Geschke das Ziel, hatte aber seine Konkurenten um den Kolumbianer Nairo Quintana (Movistar) wieder fest im Griff. Dazu verabschiedete sich der Amerikaner Tejay van Garderen unfreiwillig aus dem Kreis der Rivalen. Der BMC-Kapitän stieg 72 Kilometer vor dem Ziel krankheitsbedingt vom Rad und gab mit Tränen in den Augen auf. Auch der spanische Giro-Sieger Alberto Contador (Saxo-Tinkoff) verlor nach einem Sturz samt Defekt in der Abfahrt vom Col d’Allos mehr als zwei Minuten auf den führenden Briten Froome.

Vor den noch drei folgenden Alpen-Etappen liegt Froome nun 3:10 Minuten vor Quintana. Dritter ist der spanische Meister Alejandro Valverde (Movistar) mit 4:09 Minuten Rückstand.

Im Kampf um den Gesamtsieg kontrollierte Froome weiter das Geschehen. Weder die überfallartigen Attacken von Quintana noch ein Angriffsversuch von Contador weit vor dem Ziel konnten ihn schocken.

Bevor das Peloton nach dem Ruhetag am Dienstag wieder auf die Reise ging, wurde der 150 Opfer des Flugzeugabsturzes vom 24. März in der Nähe von Dine-les-Bains gedacht. Neben den Trägern der Leader-Trikots, Chris Froome, Peter Sagan und Nairo Quintana standen anders als sonst der deutsche Meister Emanuel Buchmann sowie Valverde in der ersten Startreihe.

Die Tour wird am Donnerstag mit der 18. Etappe von Gap nach Saint-Jean-de-Maurienne fortgesetzt. Dabei müssen gleich sieben Berge gemeistert werden, allerdings ist mit dem Col du Glandon (1924 Meter) 20 Kilometer vor dem Ziel nur einer der höchsten Kategorie darunter.

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