Melzer, II: Gerald spielt sich langsam nach in die Spitzenklasse.

© APA/Robert Parigger

Erste Bank Open
10/15/2013

Gerald Melzer: „Nie wieder Ruanda“

Gerald Melzer steigt am Dienstag ins Turnier ein und will künftig die Bühne wechseln.

von Harald Ottawa

Solange im Artikel irgendwo der Name Gerald drinsteht.“

Freilich hat es auch Nachteile, wenn man Melzer heißt. Jürgen hat für Gerald nicht nur Türen aufgestoßen. „Klar, wurmt es mich manchmal, wenn ich als der junge Melzer hingestellt werde“, sagt Gerald Melzer, der um neun Jahre jüngere Bruder von Österreichs Topmann Jürgen.

Dabei leistet auch Gerald harte Arbeit, um erfolgreich zu sein. Zuletzt gewann er in Kigali ein Future-Turnier. „Das war das letzte kleinere Turnier meiner Karriere, jetzt will ich es bei größeren versuchen. Nie wieder Ruanda“, sagt der 23-jährige Deutsch-Wagramer. Seit gestern ist er die Nummer 187 der Welt, so gut platziert war er noch nie. „Die Dichte wird immer größer. Es ist nicht leicht, so weit zu kommen.“

Gemeinsam mit seinem Coach Ingo Neumüller, der auch Jürgen schon betreute, will er weit kommen. Seit vier Jahren ist der Oberösterreicher sein Coach, zuvor wäre er fast im Verband-Becken der Südstadt untergegangen. „Sein Talent war vorhanden, aber dennoch haben wir von null beginnen müssen“, sagt Neumüller, der die Melzers vergleicht. „Jürgen spielt noch aggressiver, offensiver. Aber daran arbeiten wir.“ Geralds großer Wunsch ist klar. „Mit Jürgen im Daviscup zu spielen wäre eine große Sache.“ Die besten Tennisbrüder Österreichs sehen einander ohnehin sehr wenig. „Höchstens fünf Wochen im Jahr.“

Tipps vom Bruder

Für Wien hat Bruder Jürgen wegen einer Schulterverletzung abgesagt („Ich möchte im Jänner wieder einsteigen“), der zweifache Stadthallen-Champ (2009, 2010) wird aber Gerald zusehen, der Lukas Lacko fordert. Im Vorjahr unterlag der Slowake an Ort und Stelle Dominic Thiem. Vom 20-jährigen Landsmann hat er sich Melzer aber keine Tipps geholt. „Jürgen kennt ihn, er weiß, wie man ihn schlägt.“

Zumindest beschert ihm ein Antreten gutes Geld. Für ein Aus in der 1. Runde gibt es rund 5000 Euro, für ein Achtelfinale schon 8600. „Bei den Futures musst du den Turniersieg holen, um halbwegs die Reisekosten reinzukriegen.“ Denn vom Verband hat er außer den Reise- und Hotelkosten für die US-Open-Qualifikation noch nichts erhalten. Auch deshalb sind Erfolge lebensnotwendig.

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