Sport
02.02.2012

Geist der Revanche über Super Bowl XLVI

Die Super Bowl XLVI in der Nacht auf Montag (0:30 Uhr MEZ/live Puls4) in Indianapolis steht im Zeichen der Revanche.

Die Super Bowl XLVI in der Nacht auf Montag (0:30 Uhr MEZ/live Puls4) in Indianapolis steht im Zeichen der Revanche. 2008 hatten die New York Giants den bis dahin ungeschlagenen New England Patriots im Finale die perfekte Saison vermasselt. Für beide Teams geht es um ihren vierten NFL-Titel - und für die beiden Quarterbacks vor Hunderten Millionen vor dem TV um ihren Platz im Football-Olymp.

Eli Manning vs. Tom Brady - das Duell elektrisiert die USA seit Tagen. 2008 hatte Manning die Giants in einem dramatischen Finale zu einem 17:14-Triumph über den haushohen Favoriten New England geführt. Es war die bitterste Niederlage in Bradys sonst so schillernder Karriere. "Das hat extrem wehgetan. Ich kann mir das Spiel noch immer nicht anschauen", erklärte der 34-Jährige, der bereits drei Super-Bowl-Ringe sein Eigen nennt.

Mit seinem vierten Titel nach 2002, 2004 und 2005 würde Brady als Quarterback-Rekordmann mit den Legenden Terry Bradshaw und Joe Montana gleichziehen. Der Superstar hätte sein Schicksal in der Schlussphase gerne in den eigenen Händen - anders als vor vier Jahren, als er bei Mannings Wundertaten zum Zusehen verurteilt war. "Ich würde es hassen, wenn er den Ball hat und nur noch einen Touchdown zum Sieg braucht", versicherte Brady.

Die Patriots gehen nach zehn Siegen in Serie und als bestes Team des Grunddurchganges in der American Football Conference (AFC) als Favoriten ins Rennen. Die Erinnerung an 2008, als diese Rolle noch viel klarer verteilt war, ist allerdings noch frisch. Zudem haben die Giants, die in der letzten Runde mit 9:7 Siegen gerade noch ins Play-off gerutscht sind, schon in der regulären Saison mit einem 24:20-Erfolg im direkten Duell überrascht.

Entscheidend dürfte werden, wie viel Druck die Defense der New Yorker auf Ausnahmekönner Brady ausüben kann. Beide Teams vertrauen auf ihre Langzeit-Trainer Bill Belichick (Patriots/seit 2000) und Tom Coughlin (Giants/seit 2004) und haben alle ihre Stars zur Verfügung, New England auch den zuletzt angeschlagenen Rob Gronkowski.

Die Giants setzen auf ihren Defensiv-Star Jason Pierre-Paul sowie Mannings Lieblingsziele Victor Cruz und Hakeem Nicks. Auch ihnen ist es zu verdanken, dass der Quarterback in dieser Saison einen neuen NFL-Rekord für Touchdown-Pässe im vierten Viertel markiert hat. "Wir sind vorbereitet", betonte Manning. Der 31-Jährige könnte mit seinem zweiten Super-Bowl-Titel sogar seinen älteren Bruder Peyton übertreffen - und das ausgerechnet an dessen langjähriger Wirkungsstätte in Indianapolis.

Das Lucas Oil Stadium, in dem das größte Einzelsportereignis der Welt ausgetragen wird, fast 70.000 Zuschauer. Der Großteil von ihnen hat 2.000 bis 6.000 US-Dollar (1.500 bis 4.000 Euro) für ein Ticket bezahlt. Dafür wird nicht nur das große Finale geboten, sondern auch die größte Show im US-Sport. Die Nationalhymne singt Pop-Starlet Kelly Clarkson, in der Halbzeitpause tritt Madonna auf. Dafür wird sogar Werbezeit geopfert. 30 Sekunden kosten heuer im Schnitt die Rekordsumme von 3,5 Mio. Dollar (2,66 Mio. Euro).