Geborene, gezüchtete und gelernte Stars

Benjamin Aguero: Maradonas Enkel wurde als Star geboren.
Foto: ap

Die einen haben es in den Genen,die anderen werden so erzogen. Wie aus kleinen Kindern große Stars werden.

Enrique Cerezo konnte es kaum erwarten. Man kann es dem Präsidenten von Atletico Madrid auch nicht verdenken. Bei dieser göttlichen Fügung der Gene, bei dieser geballten Ladung Genialität, bei so einem einzigartigen Liebespaar.

Auf der einen Seite Sergio Agüero, Stürmer-Juwel aus Argentinien, Junioren-Weltmeister, Olympiasieger, einer der Besten der Zunft; auf der anderen Seite Giannina Maradona, niemand geringer als die Tochter von Diego Armando himself, dem wohl begnadetsten Fußballer des vergangenen Jahrtausends.

So ein Doppelpass schreit förmlich nach einem neuen Pelé, Messi, ach was: nach einem einzigartigen Agüerodona . "Wenn Agüeros Kind ein Junge wird, bekommt er sofort einen Vertrag", machte Atletico-Präsident Cerezo unmissverständlich klar. "Bei diesen Genen können wir gar nichts falsch machen."

Diese ausgeprägte Sehnsucht nach auserwählten Thronfolgern und Stammhaltern hatte man bislang nur von Königshäusern gekannt. Aber auch im Sport schwört man auf die Kraft der Gene und die Macht der DNA. Als das Fußballer-Baby Benjamin Leonel Agüero schließlich vor mehr als zwei Jahren das Licht der Welt erblickte, da hatte es bereits einen Vertrag bei Atletico Madrid. Sicher ist sicher, getreu dem Motto: A Star is born.

Baby-Bomber

Benjamin Aguero: Maradonas Enkel wurde als Star geboren. Foto: ap Benjamin Aguero: Maradonas Enkel wurde als Star geboren.

Barke van der Meij musste da schon mehr tun, um seinen ersten Vertrag zu erhalten. Der blonde Stöpsel aus den Niederlanden, 18 Monate jung, erregte durch ein Internet-Video Aufsehen, als er treffsicher drei Stoffbälle in einer Spielzeugkiste versenkte (siehe Youtube). Sogar bei CNN gingen die Bilder auf Sendung. Der VVV Venlo bat den Knirps zum Probetraining, heute sind sie begeistert vom Baby-Bomber, der
höchstpersönlich eine Krax'n unter seinen Zehn-Jahres-Vertrag setzte - mit einem Filzstift.

Van der Meij habe eine "sehr gute Schusstechnik, enorme Ausdauer und die Gene des Opas", loben die Verantwortlichen von Venlo. Barkes Großvater war ein Star von VVV Venlo.

Ein wenig anders verhält es sich bei Lionel Angel Coira. Der gebürtige Argentinier benötigte keine besonderen Gene und keine Marketing-Offensive via Youtube, um bei einem Spitzenverein unterzukommen. Erst vergangene Woche nahm Real Madrid den siebenjährigen Trickser unter Vertrag, damit ist Coira der jüngste Spieler in der berühmten Castilla-Akademie der Königlichen.

Jungstar

Lionel Angel Coira hatte bislang beim Dorfklub Moraleja de Enmido für Furore gesorgt, wo er im Schnitt fünf Tore pro Spiel erzielte. Der Knirps wird bei Real auch Bekanntschaft mit einem jungen Österreicher machen. Flavius Daniliuc, 10-jähriger Ex-Rapidler mit rumänischen Wurzeln, bestand als eines von zehn Talenten im März ein Probetraining, bei dem 2500 Jungspunde von Real Madrid getestet wurden.

Doch auch hierzulande stehen die Babys und Stars von überübermorgen hoch im Kurs. So warten einige Rapid-Anhänger schon sehnsüchtig auf den Jänner. Dann wird Steffen Hofmann zum dritten Mal Vater. Und sollte es nach zwei Töchtern endlich ein Bub werden, so der erklärte Wunsch der Fans, möge Rapid dem Baby doch bitte sofort einen Vertrag geben.

Bei diesem Vater ...

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(kurier / Günther Pavlovics, Christoph Geiler) Erstellt am
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