epa03793644 (FILE) Photo dated 11 May 2013 shows FC Barcelona's head coach, Tito Vilanova, addresses a press conference after taking part in a team's training session in Sant Joan Despi, Barcelona, northeastern Spain. Tito Vilanova has stepped down as Barcelona coach after suffering a further recurrence of throat cancer, the club announced during a press conference on 19 July 2013. EPA/ALEJANDRO GARCIA *** Local Caption *** 50824478

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Zeitdruck
07/20/2013

Barca sucht den Vilanova-Nachfolger

Spanische Medien berichten von einem Interesse der Katalanen an Jupp Heynckes.

Der Schock über den Rückfall und den Rücktritt des krebskranken Trainers Tito Vilanova war beim FC Barcelona noch gar nicht verdaut, da richteten sich die Blicke des spanischen Fußball-Meisters bereits nach Deutschland. Nicht nur die in Barcelona erscheinende Zeitung Sport war am Samstag davon überzeugt, dass die Katalanen bei ihrer Suche nach einem Nachfolger am liebsten Jupp Heynckes verpflichten wollen, um mit dem Team um die Ausnahmekicker Lionel Messi, Iniesta, Neymar und Xavi wieder das Maximum zu erreichen.

Den Namen des neuen Trainers will Klub-Präsident Sandro Rosell möglichst schon vor dem ersten Testspiel von "Barca" am Mittwoch bei Bayern München bekannt geben. Ausgerechnet Heynckes, der mit den Bayern vorige Saison das historische Triple gewann und Messis Elf mit einem 7:0-Gesamtergebnis im Halbfinale aus der Champions League warf, könnte dann auf der Bank des Gästeteams Platz nehmen.Sport erklärt seinen Lesern, warum der 68-Jährige der heißeste Anwärter sein soll: "Er hat Charakter, viel Erfahrung, spricht Spanisch, hat in Spanien Real Madrid trainiert und zum Meister gemacht. Und hat keinen Klub."

Spekulationen

Doch der eben erst in Pension gegangene Heynckes ist nur einer von vielen Namen, die derzeit die Runde machen. Nach den zahlreichen Medien-Spekulationen gelten neben dem Deutschen die Spanier Luis Enrique und Ernesto Valverde als größte Favoriten. Die beiden haben zwar erst in diesem Sommer ihre neuen Jobs bei Celta de Vigo und Athletic Bilbao angetreten, würden der Verlockung aber kaum widerstehen können, heißt es.

Viele setzen dagegen auf Gerardo "Tata" Martino, der vor ein paar Wochen Messis Heimatklub Newell's Old Boys in Argentinien zum Meistertitel geführt hat. Auch ein Comeback des jüngst von Saudi-Arabien gefeuerten Frank Rijkaard gilt als möglich. Der Niederländer gewann mit Barcelona bereits zwei Liga-Titel und die Champions League 2005/2006. Zudem werden unter anderen Rijkaards Landsmann Ronald Koeman, der dänische Swansea-City-Coach Michael Laudrup und der spanische Ex-Teamchef Luis Aragones als Kandidaten gehandelt.

Assistenztrainer Jordi Roura, der im Winter während der Vilanova-Behandlung in New York das Ruder für zwei Monate übernommen hatte, und dem neuen Co-Trainer Francesc Ferrer werden inzwischen keine Chancen mehr eingeräumt. Ein Gestandener soll her.

Bestürzung

Der neue Trainer wird es auf jeden Fall nicht leicht haben. "Das Team wird größte Mühe haben, sich von diesem neuen harten Schlag zu erholen", fürchtet die SportzeitungMundo Deportivo, gerne auch als "Hausblatt" des FC Barcelona bezeichnet. Als Vilanova seinen Schützlingen am Freitag in der Kabine die Hiobsbotschaft übermittelte, sollen bei den Spielern viele Tränen geflossen sein. Als dann Klubboss Rosell am Freitagabend auf der Pressekonferenz die Nachricht vorlas, blickten Weltfußballer Messi und Kapitän Carles Puyol mit verschränkten Armen bestürzt gen Boden.

"Die jüngsten Untersuchungen haben diese Woche ergeben, dass die nötige Behandlung von nun an mit der Ausübung einer Trainertätigkeit unvereinbar ist", hatte Rosell erklärt. Das Leben gehe aber weiter, man werde auch diesen Rückschlag überstehen, beteuerte er. Das für Samstag angesetzte Testspiel bei Legia Danzig wurde ebenso wie die zweite Freitags-Trainingseinheit abgesagt. Die Spieler haben bis Montag frei bekommen. Es gab unterdessen eine Welle der Solidarität. Sogar Minister der spanischen Regierung und Barca-Erzrivale Real Madrid übermittelten Vilanova ihre Solidarität.

Beim Nachfolger des neuen Bayern-Trainers Josep Guardiola war Ende 2012 ein Krebsleiden an der Ohrspeicheldrüse neu ausgebrochen. Nach einem ersten Eingriff im November 2011 musste der frühere Co-Trainer deshalb am 20. Dezember zum zweiten Mal operiert werden. Danach führte er "Barca" in der Primera Division mit dem Rekord von 100 Punkten zum Meistertitel. Nun wird sein Leben nicht mehr von Taktik und Toren, sondern vom Kampf gegen den Krebs bestimmt werden. "Viel Kraft, Tito, wir sind in diesem Kampf alle bei Dir", schrieb Messi auf Facebook.

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