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13.01.2012

Wie man den Landfrieden bricht...

Die Rapid-Anhänger, die wegen Landfriedensbruch angeklagt wurden, hätten bis zu drei Jahre bekommen können.

Der 21. Mai 2009: 165 Rapidler rotten sich am Westbahnhof zusammen. Ein Spiel steht nicht an, zumindest keines der Grün-Weißen aus Hütteldorf. Eine Partie wird zwar ausgetragen, allerdings in Linz zwischen dem LASK und der Wiener Austria. Eben jene Austria-Fans in Empfang zu nehmen, die von dem Auswärtsmatch in Oberösterreich zurückkehren, darin besteht das Ziel der 165-Mann-starken Meute. Gröbere Ausschreitungen verhindert letztlich die angerückte Exekutive, Mistkübel- und Flaschenwürfe sorgen dennoch für einige Verletzte.

Die Verteidiger der Übeltäter reduzierten das Geschehen auf "Schlachtenbummler-Gesänge" und bezichtigten die Staatsanwaltschaft, die Falschen (85 der 165 beteiligten Rapidler, kein einzigen Austrianer) vor Gericht gestellt zu haben. Ein Verteidiger nötigte gar den Vergleich zur "Hexenverfolgung". Den vermeintlichen Unschuldslämmern wurde Landfriedensbruch vorgeworfen.

Landfriedensbruch

"Bei dem von Aggression und kollektiver Gewaltbereitschaft getriebenen Versuch der Angeklagten, an den Exekutivbeamten vorbei und zu den FK Austria-Anhängern zu gelangen, kam es zu zahlreichen, in Summe schweren Sachbeschädigungen zum Nachteil der ÖBB und zu teils vollendeten, teils versuchten Körperverletzungen an einschreitenden Exekutivbeamten", hieß es in der Anklage. In einem Wort: Landfriedensbruch.

Landfriedensbruch bezeichnet ein Delikt, im Zuge dessen eine Gruppe von Menschen Gewalt gegen Menschen und/oder Gegenstände anwenden, oder Gewaltanwendung androhen. Ein schwammiges Konzept, doch keineswegs ein Vergehen, das auf die leichte Schulter genommen werden sollte: Für Landfriedensbruch können bis zu drei Jahre Haft verhängt werden.

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