Sport | Fußball
22.04.2012

Wettskandal: Juve-Coach Conte belastet

Ein früherer Spieler behauptet, der Trainer soll von Ergebnisabsprachen bei seinem Ex-Klub AC Siena gewusst haben.

Juventus Turins Trainer Antonio Conte ist in den italienischen Fußball-Wettskandal hineingezogen worden. Der frühere Trainer des AC Siena soll von Ergebnisabsprachen in der vergangenen Zweitligasaison gewusst haben. Dies behauptet Sienas früherer Mittelfeldspieler Filippo Carobbio. "Mich hat dazu noch niemand angerufen. Sollte man mich in der Sache vorladen, werde ich gern alle Fragen beantworten", sagte Conte am Wochenende. Er sei gelassen und habe vollstes Vertrauen in die Ermittlungsbehörden.

Sollte der Juve-Coach wegen unterlassener Anzeige einer Ergebnisabsprache verurteilt werden, drohen ihm eine Sperre von mindestens sechs Monaten und eine Geldstrafe von 30.000 Euro.

Ablenkungsmanöver

Wie italienische Medien berichteten, soll Carobbio seinen Ex-Trainer im Verhör der Staatsanwaltschaft und im Gespräch mit dem Chef-Ankläger des italienischen Fußballverband (FIGC), Stefano Palazzi, belastet haben. Carobbio war im vergangenen Dezember im Rahmen einer landesweiten Razzia wegen des Verdachts des Wettbetrugs verhaftet worden. Seiner Aussage zufolge war das 2:2 zwischen Novara und Siena am 1. Mai 2011 in der Serie B manipuliert und Conte habe davon gewusst.

Conte mutmaßte, dass die Beschuldigungen Juve im Titelduell mit dem AC Milan ablenken sollen. "Sollte uns damit jemand aus dem Konzept bringen wollen, wird er es schwer haben. Das verdreifacht nur noch unseren Kampfeswillen", betonte Conte vor dem Top-Spiel am Sonntagabend gegen AS Roma.