Sport | Fußball
18.01.2013

Warum Schopp von Guardiola überrascht ist

Der Ex-Teamspieler schaute dem neuen Bayern-Coach über die Schulter.

Alle gratulierten dem FC Bayern zur Verpflichtung von Josep Guardiola. Barcelonas Ex-Trainer nimmt am Freitag Glückwünsche entgegen – wenn er seinen 42. Geburtstag feiert. Während deutsche Meinungsbildner Guardiola aufgrund der Barça-Erfolge zum Wunderwuzzi erklären, weiß ein Österreicher, wie der Katalane wirklich tickt: Der 56-fache Internationale Markus Schopp (jetzt Coach der Sturm-Graz-Amateure) war in derselben September-Woche 2001 wie Guardiola, als sich die Welt wegen des Terrors in New York im Schockzustand befand, von Brescia für die Serie A engagiert worden. Dort konnte sich der Mittelfeldstratege Guardiola mit der italienischen Defensiv-Philosophie, sagt Schopp, nie wirklich identifizieren.

Als sich Schopp in der Trainerausbildung befand, ließ ihn Guardiola in Barcelona hospitieren. Ob 2008, 2009 oder 2010 – stets gingen für den Steirer im Allerheiligsten des FC Barcelona die Rolläden hoch. Und stets betonte Guardiola, dass Barças attraktive Taktik nur dank der hohen Spielerqualität möglich sei. Eine, die Guardiola nun offensichtlich auch beim FC Bayern ortet.

Dass sich der Startrainer für München entschied, überrascht Schopp trotzdem, zumal Guardiola den Fokus wie kaum ein anderer Trainer auf die Kommunikation mit Spielern legt. Diesbezüglich hätte es der sehr gut Englisch sprechende Guardiola in England leichter. "Aber wie ich Pep kenn’, beherrscht er bis zum Amtsantritt im Sommer auch Deutsch."

Nur Zlatan Ibrahimovic wollte Guardiola in keiner Sprach’ verstehen. Nach seinem Abgang bei Barça nannte Ibrahimovic, mit dem es Österreich in der WM-Qualifikation gegen Schweden zu tun bekommt, Guardiola einen Feigling. Der trat – wie es seiner vornehmen Art entspricht – nicht zurück.