Vor EM-Start: Freier Tag für Österreicherin­nen

ÖFB FRAUEN FUSSBALL LÄNDERSPIEL: AUT - DEN
Foto: APA/HANS PUNZ Laura Feiersinger (li.) und Co. gehen es vor dem Auftakt ruhig an.

Die Niederlande machen daheim den Anfang. Österreich ist Dienstag gegen die Schweiz dran.

Sehr oft wird gesagt, dass die Fieberkurve steigt, weil es in nur zwei Tagen so weit ist mit dem Erstauftritt auf der großen Fußball-Bühne. Aber Österreichs Frauen verzichteten am Samstag auf Fußballtraining und machten einen Ausflug. Teamchef Dominik Thalhammer wollte, dass sie etwas den Kopf frei bekommen. Seit Dienstag ist die österreichische Delegation im Teamcamp in Wageningen nahe Arnheim.

Noch am Freitag hatte es zwei Trainingseinheiten gegeben sowie ein Referee-Meeting, wo erklärt wurde, worauf besonders zu achten ist. Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit, gelbe und rote Karten an Trainer und Betreuer der Teams zu verteilen. Und im Fall einer Verlängerung darf dabei eine vierte Spielerin eingewechselt werden. Aber das ist Zukunftsmusik für die Österreicherinnen, die gegen die Schweiz, Frankreich und Island erst einmal die Vorrunde überstehen müssen.

Schnaderbeck holt auf

Bei den Östereicherinnen hofft man, dass Viktoria Schnaderbeck demnächst ins Teamtraining einsteigen kann, weil ihr Gesundheitszustand Tag für Tag Fortschritte macht. Sie hatte sich im Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf ein Knochenmarködem im Knie zugezogen. Für einen Einsatz im ersten Spiel am Dienstag gegen die Schweiz (18 Uhr) wird es aber sehr eng.

Schon zwei Tage vorher wird die EM eröffnet, am Sonntag um 18 Uhr gibt es im Stadion Galgenwaard für die niederländischen Frauen das erste Heimspiel. Ob die konterstarken Niederländerinnen die Einschätzung als Geheimtipp auch erfüllen können, wird sich gleich beim Auftakt in Utrecht erweisen. Denn Gegner Norwegen gilt als einer der Herausforderer des großen Favoriten.

Und der heißt Deutschland. Muss Deutschland heißen, denn seit 1995 wurden in sechs Endrunden stets die Deutschen Europameisterinnen. In den Jahren 1997, 2001 und 2005 stand Steffi Jones in der Mannschaft. Jetzt hat die 44-Jährige die Verantwortung für das Team. Nach dem Olympiasieg in Rio übernahm sie den Posten der Teamchefin nach dem angekündigten Rücktritt von Silvia Neid. Der Druck ist groß, beim DFB erwartet man nach den Siegen der Männer bei der U-21-EM und im Confederations Cup den dritten Titel in diesem Sommer. "Wir sind acht Mal Europameister. Natürlich ist unser Ziel, den Titel erfolgreich zu verteidigen", sprach Jones Klartext.

Deutscher Schlager

Gleich das erste Spiel am Montag hat es in sich. Schweden zählt zu den stärksten Herausforderinnen der Deutschen. Letztes Jahr im Olympia-Finale gab es nur eine hauchdünne 1:2-Niederlage der Skandinavierinnen.

"Wir kommen dem Sieg gegen Deutschland immer näher, hoffentlich schaffen wir ihn diesmal. Wir wollen die Nummer eins werden", gab sich Trainerin Pia Sundhage kämpferisch. Die 57-jährige Schwedin ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten bei dieser EM. Als Spielerin holte sie sich mit Schweden 1984 den Titel. Mit ihr als Trainerin wurde die USA 2008 und 2012 Olympiasieger. Seit drei Jahren arbeitet sie mit den Schwedinnen an einem großen Titel.

Aber nicht nur Schweden und Norwegen sind im Frauenfußball traditionell stark. "Andere Nationen haben aufgeholt", sagt Steffi Jones. Vor allem Österreichs Gruppengegner Frankreich zählt zu den härtesten Kontrahenten für Deutschland.

(kurier) Erstellt am
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