Sport | Fußball
15.12.2011

Violettes Wunschkonzert

Die Austria muss Malmö schlagen, damit der Aufstieg noch möglich ist. Die Wiener sind von Charkiw abhängig.

Vielleicht schreibt ja Karl Daxbacher noch Briefe ans Christkind. Vielleicht steht dann auf seiner Liste der Aufstieg in die K.-o.-Phase der Europa League ganz weit oben. So knapp vor Weihnachten wird man sich doch noch etwas wünschen und an Wunder glauben dürfen.

Die Austria bedarf (Donnerstag, 21.05 Uhr, KURIER-Ticker) im Heimspiel gegen Malmö eines solchen Fußball-Mirakels, will sie die Gruppenphase überstehen. Einerseits müssen die Wiener die Gäste aus Schweden schlagen, auf der anderen Seite das fix aufgestiegene Charkiw in Alkmaar gewinnen. Gelingt den Ukrainern nur ein Remis, bräuchte die Austria einen Sieg mit sechs Toren Differenz. Unrealistisch. Daxbacher: "Die Ausgangslage ist klar. Auch Charkiw sollte gewinnen."

Hausübung

Man wird kaum einen Seitenblick in Richtung Alkmaar wagen, muss man zunächst einmal die Hausaufgaben in Wien-Favoriten erledigen. Das sollte schwer genug werden, denn die Austria plagen seit einiger Zeit gehörige Probleme. Die Verletzten Margreitter und Mader werden erst Donnerstagvormittag testen, ob ihre Fitness für einen Einsatz am Abend ausreicht. Falls nicht, werden Wallner und Dilaver erneut in der Innenverteidigung aufgeboten. Die Premiere ging am Wochenende beim 1:5 gegen Sturm Graz ordentlich schief. AG-Vorstand Thomas Parits verspricht den Fans: "Diesmal wird sich die Mannschaft anders präsentieren."

Einige Stammspieler wie Nacer Barazite, Tomas Jun aber auch Zlatko Junuzovic laufen aufgrund des dichten Terminkalenders im Herbst schon auf Reserve. Junuzovic: "Zwei Mal werden wir uns noch überwinden, um die Woche noch positiv ausklingen zu lassen." Dem Malmö-Spiel folgt am Sonntag das Gastspiel in Salzburg.

Auch wenn die Chancen nicht allzu groß sind auf das Weiterkommen in der Europa League – Parits zieht jetzt schon zufrieden Bilanz: "Schlagen wir Malmö, dann haben wir immerhin acht Punkte in der Gruppenphase gemacht. Davon waren wir bei unseren letzten internationalen Auftritten weit entfernt."

Und ein finaler Sieg bringt immerhin noch 140.000 Euro Weihnachtsgeld in die Kassa.

Städtereise

Einen kleinen Vorteil hat die Austria: Malmö hat seit dem Liga-Ende Mitte Oktober kein Pflichtspiel mehr in den Beinen und nützt den Wien-Trip gleich für einen vorweihnachtlichen Kurzurlaub. Denn die Spieler werden von Freundinnen oder Frauen samt dazugehörigen Kindern begleitet. Bis Samstag wird man, so haben es die Schweden geplant, die Weihnachtsmärkte unsicher machen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Spieler dort flüssiger kombinieren als in der Generali Arena. Denn Malmö machte zuletzt im Europacup gegen Alkmaar eine sehr gute Figur. Daxbacher hofft auf Kreativität in der Offensive. "Dort haben wir personell alle Möglichkeiten."

Ab und zu muss man die Wohltat des Christkindes auch erzwingen.


Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Bilder