Sport | Fußball
29.03.2017

Video-Beweis: "Ein positiver Testlauf"

Im Testspiel zwischen Spanien und Frankreich kam der Videobeweis gleich zweimal zum Einsatz.

Für den deutschen FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer sind seine ersten Erfahrungen mit dem Videobeweis bei einem Fußball-Länderspiel ein voller Erfolg gewesen. "Es war ein positiver Testlauf, denn wir sind dank des Videobeweises in allen Fällen zur richtigen Bewertung der jeweiligen Szene gelangt", sagte Zwayer am Mittwoch in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der Berliner war am Vorabend bei Spaniens 2:0-(0:0)-Erfolg im freundschaftlichen Länderspiel in St. Denis gegen Frankreich im Einsatz. Zweimal korrigierte der 35-jährige Berliner nach Zuhilfenahme des Video-Assistenten Tobias Stieler Entscheidungen bei Torschüssen. In beiden Fällen profitierte Spanien vom Videobeweis.

Denn noch ehe David Silva (68./Foulelfmeter) Spanien in Führung brachte, hatte Zwayer bereits ein Tor des Franzosen Antoine Griezmann (48.) nach Intervention des Video-Referees wegen knapper Abseitsstellung nicht anerkannt. Bei Gerard Deulofeu 2:0 (77.) entschied Zwayer dagegen zunächst auf Abseits, revidierte seine Entscheidung jedoch nach Rücksprache mit Stieler und gab den Treffer, da es diesmal beim Abspiel hauchdünn kein Abseits gewesen war.

"Wir müssen uns daran anpassen"

"Die Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten hat präzise, schnell und sehr professionell funktioniert", lobte Zwayer, der als erster deutscher Referee auf Nationalmannschaftsebene den Videobeweis in Anspruch nahm. Die Spieler seien "souverän und respektvoll" mit der Situation umgegangen, als er im Stade de France mit dem Video-Assistenten kommuniziert habe, berichtete Zwayer. "Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um das System gemeinsam im Sinne des Fußballs weiterzuentwickeln."

Auch Frankreichs Teamchef Didier Deschamps hatte "kein Problem" mit den kurzen Unterbrechungen, "solange die getroffenen Entscheidungen korrekt sind. Aber es verändert den Fußball schon ein bisschen, doch wir müssen uns daran anpassen", betonte Deschamps mit Blick darauf, dass nun auch endlich die Unparteiischen im Fußball bei strittigen Situationen Videobilder heranziehen dürfen.