Sport | Fußball
16.12.2011

Versöhnliches Aus für die Austria

Europa League: "Dieses Match könnte eine Trendwende bedeuten", hofft Trainer Karl Daxbacher nach dem 2:0 über Malmö

Das vorweihnachtliche violette Fußball-Wunder ist ausgeblieben: Die Austria hat zwar ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Malmö gewonnen, da Alkmaar gegen Gruppensieger Metalist ein 1:1 erreichte, war das 2:0 zu wenig - aufgrund der schlechteren Tordifferenz musste die Wiener die Europa-League-Segel streichen.

Zwar blieb am Ende die Erkenntnis, dass Platz zwei möglich gewesen wäre. Mit zwei Siegen gegen Malmö, zwei Remis gegen Alkmaar und damit insgesamt acht Zählern taten die Wiener dennoch ihr Möglichstes.

Einzig der ungefährdete Aufsteiger Charkiw war außer Reichweite. "Sicher ist eine gewisse Enttäuschung da. Aber es lag nicht in unserem Bereich, wir haben das Plansoll erfüllt", meinte Trainer Karl Daxbacher, der vor dem Schlager der letzten Herbstrunde am Sonntag in Salzburg auch auf eine Steigerung in der Liga hoffte: "Dieses Match könnte eine Trendwende bedeuten."

Gemischte Gefühle

Versöhnlich lautete das Wort, das an diesem Abend am zutreffendsten war. In der Liga in ein Tief gerutscht, konnte die Austria international wieder für ein wenig Begeisterung sorgen. Die erste Spielhälfte gegen in der Gruppe abgeschlagene Schweden ließ die Zuschauer zwar alles andere als frohlocken. Nach Toren von Michael Liendl (62.) und Nacer Barazite (80.) feierten die Fans ihre Austria kurz vor dem Schlusspfiff aber schon mit der "Welle". In der Liga wartet die Anhängerschaft bekanntlich seit vier Partien auf den Siegesjubel.

Gemischt waren die Gefühle gleich nach Schlusspfiff auch bei den Akteuren. "Das Ziel war natürlich der Aufstieg, das ist nicht gelungen. Daher ist es ist schwierig zu sagen, dass wir zufrieden sein können", erklärte der im Abschluss erneut glücklose Kapitän Roland Linz. Bei Torschütze Liendl überwog das Positive: "Dass es sich nicht ausgegangen ist, ist natürlich schade. Aber wir können zufrieden sein. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können."

Mit dem Erfolg gegen Malmö holte die Austria zumindest Punkte für die Fünf-Jahres-Wertung und spülte noch einmal 140.000 Euro in die Vereinskassa. In Summe ergaben die zwei Siege und zwei Unentschieden 420.000 Euro, als Startprämie hatte die UEFA bereits eine Million Euro überwiesen. Mehr als über das Finanzielle freute man sich im Austria-Lager aber darüber, mit der Konkurrenz mitgehalten zu haben. In der Saison 2009/10 waren die Favoritner in der Europa League über zwei Punkte nicht hinausgekommen. Vergangenes Jahr hatte man die Gruppenphase überhaupt verpasst.

Extralob

Extralob gab es für das junge Innenverteidiger-Duo Manuel Wallner und Remo Mally. Letzterer bestritt überhaupt sein erstes Pflichtspiel. "Ins kalte Wasser geworfen" seien sie laut Daxbacher worden. Gegen Salzburg wird der dann wieder fitte Georg Margreitter aber in die Start-Elf rücken. Auch ansonsten sorgte der Austria-Coach für die eine oder andere Umstellung. Tomas Jun erhielt eine Pause, für den Tschechen überzeugte Zlatko Junuzovic im zentralen offensiven Mittelfeld. Eine Rolle, die dem ÖFB-Teamkicker zu behagen schien.

Durchblicken ließ auch Junuzovic, dass die schlechten Resultate der vergangenen Wochen an den Austria-Spielern genagt haben. "Deshalb war der Sieg wichtig für das Selbstvertrauen, dass die Null hinten gestanden ist, dass wir Spielfreude entwickelt haben. Diese Lockerheit hat uns zuletzt gefehlt", sagte Junuzovic, der auch eine alte Fußballweisheit hervorkramte: "Es wird uns nichts geschenkt. Wir müssen fighten, dann wird der Erfolg auch kommen."

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