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Sport Fußball
05/13/2012

Unglaubliches Liga-Finale in England

Dank zwei Toren in der Nachspielzeit wird Manchester City doch noch Meister.

Dass Alfred Hitchcock Engländer war, ist wohl kein Zufall. Spannender hätte er das Saisonfinale in der Premier League auch nicht inszenieren können.

Manchester City brauchte einen Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten Queens Park Rangers, um Meister zu werden. Nach 17 Siegen in den bisherigen 18 Heimspielen eine machbare Aufgabe, sollte man meinen. City ging auch programmgemäß in Führung, auch der Titelrivale Manchester United führte bei Sunderland dank eines Rooney-Tors 1:0 - und gewann auch 1:0.

Als Djibril Cissé kurz nach der Pause für QPR ausglich, wäre plötzlich United Meister gewesen.

Dann sah Joey Barton (Queens Park Rangers) Rot, die neuerlich Führung von City schien nur eine Frage der Zeit. Doch mit zehn Mann gingen die Rangers völlig überraschend 2:1 in Führung (65.). City rannte an. Vergeblich. United schien der 20. Meistertitel der Vereinsgeschichte sicher.

90 Minuten waren um. Das Entsetzten bei den Fans von Manchester City, die seit 1968 auf den Meistertitel warten, groß. Dann traf Edin Džeko in der Nachspielzeit zum 2:2 (91.). Noch immer zu wenig. Es musste noch ein Tor her. Und das fiel. Kun Agüero traf zum 3:2 (93.) und verwandelte das Etihad Stadium in ein Tollhaus.

Bei den United-Fans löste diese Nachricht Entsetzen aus, und auch Coach Alex Ferguson stand der Schock ins Gesicht geschrieben, als er von Citys spätem Siegestor erfuhr. Davor hatten die Anhänger der "Red Devils" in Sunderland schon über die vermeintliche 20. Meisterschaft gejubelt.

So aber ging der Titel zum dritten Mal - zum ersten Mal seit 1968 - an den Stadtrivalen. "Fünf Minuten vor dem Ende hätte ich nicht mehr geglaubt, dass wir noch gewinnen. Aber wir sind verdient Meister geworden", erklärte Trainer Roberto Mancini.

Bei ManCity brachen nach dem nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg alle Dämme, die Fans im Stadion strömten auf den Rasen. "Ich habe nie aufgehört zu glauben", sagte Kapitän Vincent Kompany, der die Silber-Trophäe in Empfang nahm.

Seinem Trainer stand noch lange nach dem Schlusspfiff die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. "So ein Meisterschaftsfinale habe ich noch nie erlebt, das war das perfekte Ende einer verrückten Saison. Es ist einfach nur fantastisch für den Club und die Fans. Wir haben eine große Zukunft vor uns", erklärte Roberto Mancini.

United-Coach Alex Ferguson tat sich mit den Glückwünschen an die Stadtrivalen sichtlich schwer. "Jeder hat geglaubt, dass sie gewinnen, aber sie haben dafür zehn Gegenspieler und fünf Minuten Nachspielzeit gebraucht. Doch ich gratuliere ihnen zum Titel", meinte der Schotte.

Arsenal in der Champions League

Weil Bolton bei Stoke nur 2:2 spielte, hielten die Queens Park Rangers trotz der späten Niederlage die Klasse. Arsenal sicherte sich durch einen 3:2-Sieg bei West Bromwich Platz 3 und darf auch in der nächsten Saison Champions League spielen.

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