Traumeinstand für Peter Pacult

Die Leipziger sorgen in Deutschland für die Cup-Sensation.
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Im ersten Pflichtspiel als Trainer von RB Leipzig gelingt dem Ex-Rapid-Coach die Cup-Sensation gegen Wolfsburg.

Peter Pacult hat in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer von RB Leipzig einen Einstand nach Maß erlebt.

Die viertklassigen RasenBallsportler warfen in der ersten Runde des DFB-Pokals am Freitagabend sensationell Bundesligist VfL Wolfsburg mit einem 3:2-Heimerfolg aus dem Bewerb. Während bei der Star-Truppe von Felix Magath nach dem peinlichen Aus dicke Luft herrschte, durfte der Ex-Rapid-Coach mit den Leipzigern zurecht jubeln.

"In diesem Spiel bin ich um zehn Jahre gealtert. Ich denke, dass es Felix ähnlich gegangen ist", meinte Pacult, nachdem er bei der obligatorischen Pressekonferenz mit Applaus empfangen worden war. Sofort richtete der Wiener aber den Blick auf das Saisonziel Nummer 1 der Ostdeutschen: Den Aufstieg in die dritte deutsche Liga.

"Man muss die Kirche im Dorf lassen. Vielleicht war die Spannung beim Erstligisten nicht so da", sagte Pacult, der bei den Treffern seines Kapitäns Daniel Frahn (4., 15., 45.) in gewohnter Art kaum Emotionen gezeigt hatte. Die Sachsen starten am 7. August in Meppen die Mission Aufstieg. "So viele Räume wie uns Wolfsburg gegeben hat, werden uns andere Mannschaft nicht geben", war sich Pacult sicher.

"Giftiger als Wolfsburg"

Vor über 31.000 Besuchern in der Red Bull Arena von Leipzig hatten sich die Wolfsburger uninspiriert und ohne Leidenschaft präsentiert. Dies spielte Leipzig voll in die Karten. "Das Entscheidende war, dass wir giftiger agiert haben als Wolfsburg", sagte ein zufriedener Pacult. "Wir haben uns mit dem Mut der Verzweiflung in die Schlacht geworfen."

Sein Gegenüber Felix Magath verpackte in sein Lob für den Viertligisten Kritik an den Mängeln in seiner Mannschaft. "RB war präsent. Die waren von Anfang an voll da, die waren gleich im Spiel, wollten was. RB hat Tempo gemacht." Nach dem peinlichen Pokal-K.o. kündigte er Konsequenzen an. "Wenn man so schlecht gegen einen Viertligisten spielt, stimmt etwas nicht", meinte Magath.

Drei Gegentore des überragenden Frahn in einer Spielhälfte, mangelhafte Einstellung und eine desaströse Abwehr machten Wolfsburgs Traum vom Finale zunichte. Dafür waren die Treffer von Srdjan Lakic (25.) und Hasan Salihamidzic (28.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich zu wenig. "Wir haben unser erstes Saisonziel ziemlich früh nicht erreicht", konstatierte Magath ernüchtert.

Das Aus wollte Magath nicht am Fehlen des aussortierten Spielmachers Diego festmachen. "Gegen eine Klassen tiefere Mannschaft muss man auch ohne einen Diego selbst das Spiel bestimmen und in die Hand nehmen", sagte der Trainer.

RB Leipzig hingegen hatte seinen Star des Abends auf dem Platz: Daniel Frahn, im Vorjahr vom Drittligisten SV Babelsberg gekommener Stürmer und dreifacher Torschütze. "Wir waren perfekt vorbereitet", sagte der 24-Jährige, der sich praktisch über Nacht einen Namen machte. Pacult hatte den um 200.000 Euro verpflichteten Angreifer vor der Saison zum neuen Kapitän bestimmt. "Der knipst auch im Training die unmöglichsten Dinger rein", befand der Floridsdorfer.

Torschütze Stranzl

Für die österreichischen Legionäre gab es Erfolgserlebnisse. Martin Stranzl erzielte beim 3:1-Erfolg von Mönchengladbach in Regensburg sogar einen Treffer. Martin Harnik war beim 2:1 von Stuttgart bei Wehen-Wiesbaden der auffälligste Spieler und hatte beim ersten Treffer der Schwaben auch seine Beine im erfolgreichen Spiel.

Ein Auftritt im Cup ist für einen Amateurverein aus der sechsten Liga das Größte. Für den Eimsbütteler TV könnte die Partie am Sonntag gegen Zweitligist Greuther Fürth hingegen zum Albtraum werden. Es wird ein verstärktes Juniorenteam einlaufen, nachdem das Gros der Herrenmannschaft den Klub verlassen hat. Zum Bruch zwischen der Mannschaft und dem Verein kam es, weil der Klub 50 Prozent der Prämie für den Hamburger Pokalsieg (110.000 Euro) an die Spieler auszahlen wollte, die Kicker 70 Prozent verlangt hatten.

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(apa, KURIER) Erstellt am
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