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26.03.2017

Tops und Flops: Das ÖFB-Team gegen Moldau

Was gut und schlecht war gegen Moldau? Am Dienstag folgt der Test gegen die Finnen.

Ein kurzes Aufatmen. Passiert ist sowieso nicht sehr viel. Österreichs Nationalteam hat gegen Moldau 2:0 gewonnen. Immerhin ein positiver Auftakt des Länderspieljahrs, aber auch ein verpflichtender, will man nach Höherem streben. Noch viel zu wenig, soll tatsächlich im Jahr 2018 die Reise zur WM in Russland fixe Unternehmung werden. Denn es liegen monströse Brocken im Weg, wie das Heimspiel gegen Tabellenführer Serbien (am Freitag 3:1-Sieger in Georgien) oder die Auswärtspartien bei den Iren und Walisern, die vor drei Tagen torlos auseinander gingen.

Am Dienstag steht in Innsbruck das Testspiel gegen die Finnen (20.45 Uhr) an. Richtig ernst wird es erst wieder am 11. Juni in Irland, beim nächsten Gegner in der WM-Qualifikation in der Gruppe D. Wieder eine Pflichtübung, aber eine ungleich schwierigere. Was hoffen lässt, was besser werden muss: Plus- und Minuspunkte im Licht der Aktualität.

Die Pluspunkte

Selbstbewusstsein "Drei Punkte" hat sich Teamchef Marcel Koller vom Spiel gegen Moldau erwartet. Er und seine Mannschaft haben sie bekommen. Gut für die Stimmung, gut für die Tabelle, natürlich auch gut für den Teamchef. Der Abwärtstrend der Stimmungskurve ist aufgefangen. Waren Österreicher früher bei einer Pflichterfüllung oftmals gescheitert, so hat sich die höhere Qualität tatsächlich durchgesetzt.

Linke Agenten. Mit links spielte Österreich die Moldauer Verteidigung aus. Diese Seite war von hinten bis vorne spielbestimmend. Hinteregger, bester Verteidiger an diesem Abend, eröffnete, Alaba und Arnautovic kombinierten sich oftmals sehenswert durch die moldauischen Reihen. Nicht nur schön anzusehen, sondern auch wirkungsvoll.

Flexibilität. Teamchef Koller bewies, dass auch er "situationselastisch" sein kann. Lange hat er sich Zeit gelassen, doch das System mit der Dreier-Abwehr fruchtete. In Zukunft ist Flexibilität weiterhin gefragt, um auf Qualitäten des jeweiligen Gegners mit der passenden taktischen Ausrichtung zu kontern.

Geduld & Nerven. "Wir werden auf unsere Chance warten müssen", befürchtete David Alaba. Zu Recht. Die Spieler blieben ruhig, ließen sich nicht aus Angst vor einer Blamage zu panikartiger Brechstangen-Kickerei hinreißen. Ob es ein Schritt zur internationalen Reife war? Das bleibt abzuwarten.

Die Minuspunkte

Treff-Ass. Die Kehrseite der Medaille: In Irland wird man sich die Abwartetaktik womöglich nicht leisten können. Drei verjuxte Großchancen innerhalb von fünf Minuten gegen Moldawien machen Sorgen. Der verlässliche Knipser fehlt momentan.

Gelbsucht. Übertriebene Hoffnung erhält schon wieder einen Dämpfer. Arnautovic, zuletzt immer in der Vorbildfunktion, vergaß auf seine Vorbelastung und kassierte die zweite Gelbe Karte. Irland ist gestrichen. Für den Teamkollegen Stefan Ilsanker übrigens auch. "Das ist schmerzhaft", sagt Arnautovic. Er will trotzdem zum Trainingslehrgang nach Innsbruck.

Anlaufschwierigkeiten. Neue Systeme benötigen auch Zeit. Das manifestierte sich in Phasen des Leerlaufs in beiden Halbzeiten. Leidtragender war sicherlich Zlatko Junuzovic, der vor der Pause die zentrale Rolle nicht erfüllen konnte, da vermehrt über die Seiten gespielt wurde. Erst mit Fortdauer des Spiels konnte er mehr und mehr seine Qualitäten einbringen. Auch die rechte Flanke mit Lazaro und Sabitzer litt lange Zeit unter der Linkslastigkeit.