Todesfall - Italiens Fußball trägt Trauer

REUTERSToronto FC fans stand for a moment of silence in honor of Livornos Piermario Morosini before the teams MLS soccer match against Chivas USA in Toronto April 14, 2012. Morosini died after collapsing on the pitch with a cardiac arrest during an Italia
Foto: REUTERS Anteilnahme: Auch die Fans in Toronto gedachten des am Samstag verstorbenen Piermario Morosini.

Die genaue Todesursache des am Samstag verstorbenen Piermario Morosini soll die Obduktion am Montag ergeben.

Abgesagte Fußballpartien in Italien, Fahnen auf Halbmast, Schweigeminuten bei Spielen von Barcelona bis Toronto, kollektive Fassungslosigkeit – der Fußball trägt Trauer, nachdem Piermario Morosini, 25-jähriger Mittelfeldspieler von Livorno Calcio, am Samstag im Zweitliga-Match in Pescara einen Herzstillstand erlitten hatte und wenig später starb.

Vor den Augen der Zuschauer im Stadion und vor den TV-Geräten hatten sich schreckliche Szenen abgespielt: Morosini ging in der 30. Spielminute in die Knie, versuchte sich nochmals aufzurichten und blieb dann bewusstlos auf dem Rasen liegen. Helfer und Ärzte begannen sofort mit einer Herzmassage. "Niemand wird diese schrecklichen Bilder je wieder vergessen", schrieb Tuttosport am Sonntag.

Suboptimale Erstversorgung

Die genaue Todesursache soll die Obduktion am Montag ergeben. Die Ärzte gehen bisher von einem Infarkt oder einem Aneurysma (Arterienerweiterung) aus. Wenige Minuten vor seinem Zusammenbruch hatte sich Morosini ein Kopfball-Duell mit einem Pescara-Spieler geliefert.

Die Staatsanwaltschaft kündigte jedenfalls Ermittlungen an. Auch, weil bei der Erstversorgung im Stadion nicht alles optimal gelaufen ist: Ein geparktes Polizeiauto hatte die Zufahrt blockiert und die Ankunft des Rettungswagens auf dem Rasen verzögert.

Morosinis Tod löste große Anteilnahme aus: Tausende Fans von Livorno pilgerten am Sonntag zum Stadion und hängten ein Spruchband auf mit der Aufschrift: "Du hast bis zuletzt gekämpft. Ciao Grande Moro!"

Italiens Sportminister Piero Gnudi forderte derweil bessere Medizintests: "Ich frage mich, ob die Untersuchungen nicht gründlicher sein sollten, denn es ist nicht akzeptabel, dass ein 25-Jähriger so stirbt."

 

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(kurier) Erstellt am
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