Greece's players celebrate after scoring during the friendly soccer match between Austria and Greece in Salzburg, Austria, Wednesday, Aug. 14, 2013. (AP Photo/Kerstin Joensson)

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Testspiel
08/14/2013

Österreich enttäuscht gegen Griechenland

Das Nationalteam offenbart beim 0:2 in Salzburg viele Schwächen.

von Bernhard Hanisch, Christoph Geiler

Die Vorgaben des Teamchefs waren klar: Ein Feintuning für das Deutschland-Match vorzunehmen; Selbstvertrauen für die Mission Brasilien zu tanken; und nicht zuletzt sich mit einem positiven Resultat Respekt bei den kommenden WM-Qualifikationsgegnern zu verschaffen. Nach 90-minütigem Testlauf gegen Griechenland darf/muss konstatiert werden: Keine der drei Vorgaben wurde erfüllt. 0:2 – nicht zum ersten Mal in der Ära Koller endete ein Vorbereitungsspiel mit einer Enttäuschung.

Dabei hatten die Nebengeräusche rund um das Freundschaftsspiel gegen Griechenland durchaus Wettbewerbscharakter. Der zackige Radetzkymarsch und das schnulzige I am from Austria dienten wie gehabt als Stimmungsmacher. Und es schwappte lange die Welle durch das gut gefüllte Salzburger Stadion (23.400 Zuschauer).

Nach 70 Minuten war die Vorfreude in Entsetzen umgeschlagen und Pfiffe hatten die Ovationen abgelöst. 0:2 lagen die Österreicher zu diesem Zeitpunkt bereits zurück, nachdem sich die Defensivabteilung gegen lange Zeit äußerst biedere und harmlose Griechen erschreckende Schnitzer geleistet hatte. Vor dem 0:1 reichte den Gästen ein simpler Steilpass über das ganze Spielfeld, um die österreichische Abwehr in ihre Bestandteile zu zerlegen: Mitroglou durfte ungestört zwischen Pogatetz und Dragovic durchmarschieren und konnte ohne große Gegenwehr einschießen (39.).

Beim 0:2 wurde es dem griechischen Stürmer dann ähnlich leicht gemacht, kein Österreicher wollte Mitroglou an seinem Schuss von der Strafraumgrenze hindern (67.). Damit war’s um die Österreicher geschehen.

Ernüchternd die Erkenntnisse drei Wochen vor dem Ernstfall in München gegen Deutschland:

Kontinuität: Zwar hat Österreichs kaum verändertes Legionärsteam (nur Weimann ersetzte den verletzten Janko gegenüber dem Schweden-Spiel) versucht, mit frühen Störmanövern zum Erfolg zu kommen, aber das inkonsequente Pressing verpuffte an der griechischen Menschenmauer. Ein erhoffter Druckaufbau fand nicht statt. Die zuletzt gezeigte Ordnung war dieses Mal nicht erkennbar.

Torgefährlichkeit: Einmal fehlte die Durchschlagskraft, dann wieder die zündende Idee, und fast immer mangelte es an der Präzision. Die Torgefahr der Österreicher tendierte gegen null, lediglich bei Standardsituationen lag so etwas Ähnliches wie Torgefährlichkeit in der Salzburger Luft. Erwähnenswert: Einen wuchtigen Alaba-Freistoß konnte der griechische Goalie an die Stange lenken (18.).

Abwehrverhalten: Den Griechen wurde das Toreschießen sehr leicht gemacht. Wie kann es passieren, dass Alaba am gegnerischen Strafraum den Ball verjuxt und einen langen Pass später die gesamte Defensive aus den Angeln gehoben ist? Ein Fehlverhalten der ganzen Mannschaft und im Besonderen des im Nirgendwo positionierten Innenverteidiger-Duos Pogatetz/Dragovic. Die von Teamchef Koller geforderte Cleverness blieb anscheinend in der Kabine.

Professionalität: Es ist nachvollziehbar, dass Marko Arnautovic in Bremen kein Leiberl hat. Der Exzentriker fiel in diesem Spiel zwar nicht unbedingt negativ auf, musste aber mit Nachdruck zu einer Stellungnahme bewegt werden.

Fortschritt: Koller erhofft sich mit jedem Spiel eine Weiterentwicklung. Gegen die Griechen machte das Team wieder einen Schritt zurück. „Wir waren zu ungestüm, haben uns zu unerfahren präsentiert und waren auch ein bisschen naiv“, meinte der Schweizer. Er hofft, dass die Mannschaft die richtigen Schlüsse aus der Niederlage zieht. Für die WM-Qualifikation könne dies durchaus lehrreich sein. Hoffnung gibt die Vergangenheit: Die Österreicher haben zuletzt nach den schwachen Tests gegen Wales (Färöer und Irland) und die Elfenbeinküste im zählbaren Wettkampf Steigerungen erkennen lassen.

KURIER-Noten für die Teamspieler:

Österreich - Griechenland 0:2 (0:1)

Red-Bull-Arena, 23.400, SR Richard Trutz (SVK)

Tore:
0:1 (39.) Mitroglou
0:2 (67.) Mitroglou

Österreich: Almer - Garics, Dragovic, Pogatetz (46. Prödl), Fuchs (74. Suttner) - Baumgartlinger (46. Leitgeb), Alaba (74. Hosiner) - Harnik (46. Ivanschitz), Junuzovic, Arnautovic (65. Jantscher) - Weimann

Griechenland: Karnezis - Torosidis (77. Vyntra), Sokratis, Siovas (63. Manolas), Holebas - Katsouranis (63. Tziolis) - Kone (84. Fortounis), Maniatis (63. Ninis), Tachtsidis, Christodoulopoulos (84. Spyropoulos) - Mitroglou

Gelbe Karten: Keine bzw. Sokratis, Mitroglu, Vyntra

Sind teilweise noch zu ungestüm und naiv

Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Klar ist man enttäuscht, wenn man verliert. Wir haben gut angefangen und hatten zwei gute Chancen durch Alaba und Arnautovic. Wir hatten aber auch in diesen ersten 20, 25 Minuten schon zu viele Abspielfehler. Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser konnten sich die Griechen durchsetzen. Sie sind nicht umsonst die Nummer elf der Welt. Wir sind in einer Entwicklungsphase. Wir haben zwar immer wieder gute Spiele gezeigt, aber dann sind auch solche immer wieder dabei. Da sind wir teilweise noch zu ungestüm und naiv. Es war trotzdem eine gute Erfahrung im Hinblick auf die nächsten vier Spiele in der WM-Qualifikation."

Andreas Weimann (ÖFB-Stürmer): "Es war schwer für uns. Nachdem sie das erste Tor geschossen haben, sind sie hinten sehr dicht gestanden. Und nach dem 0:2 war es noch schwerer, denn dann sind sie noch tiefer gestanden. Leider habe ich mich nicht so behaupten können, wie ich wollte. Das Spiel gegen Deutschland wird hoffentlich ganz anders, denn die Deutschen werden nicht so tief stehen."

Aleksandar Dragovic (ÖFB-Innenverteidiger): "Wir haben heute viele schlampige Abspielfehler gemacht. In der ersten Hälfte haben die Griechen aus einer Chance ein Tor gemacht, nach der Pause aus der zweiten dann gleich das zweite. Wir haben alles versucht, aber es hat nicht sein wollen. Wir (die Innenverteidiger, Anm.) hätten uns beim 0:1 besser organisieren müssen. Aber besser wir machen jetzt die Fehler als gegen Deutschland."

Fernando Santos (Griechenland-Teamchef): "Österreich ist besser ins Spiel gekommen, da hatten wir Probleme. Das war aber unsere eigene Schuld, denn da hatten wir keinen Spielaufbau. Nach 25 Minuten aber haben wir das Kommando übernommen. In der zweiten Hälfte war es das gleich Szenario, dann aber haben wir das zweite Tor gemacht, und dann war es ein verdienter Sieg."

Schweiz schlägt Brasilien

Deutschland - Paraguay 3:3 (2:3)
Kaiserslautern
Tore: Gündogan (18.), Müller (31.), L. Bender (75.) bzw. Nunez (9.), Pittoni (13.), Samudio (45.)

Italien - Argentinien 1:2 (0:1)
Rom
Tore: Insigne (76.) bzw. Higuain (20.), Banega (49.)

England - Schottland 3:2 (1:1)
London
Tore: Walcott (29.), Welbeck (53.), R. Lambert (71.) bzw. Morrison (12.), Miller (50.)

Belgien - Frankreich 0:0
Brüssel

Portugal - Niederlande 1:1 (0:1)
Faro
Tore: Ronaldo (87.) bzw. Strootman (17.)

Wales - Irland 0:0
Cardiff

Polen - Dänemark 3:2 (1:2)
Danzig
Tore: Klich (4.), Sobota (59.), Zielinski (61.) bzw. Eriksen (18.), Braithwaite (45.)

Schweiz - Brasilien 1:0 (0:0)
Basel
Tor: Dani Alves (48./Eigentor)

Bosnien-Herzegowina - USA 3:4 (2:0)
Sarajevo
Tore: Dzeko (8., 90.), Ibisevic (30.) bzw. E. Johnson (55.), Altidore (59., 85., 86.)
Anm.: USA mit Assistenztrainer Andreas Herzog, Boyd (Rapid) auf der Bank

Schweden - Norwegen 4:2 (2:2)
Solna
Tore: Ibrahimovic (2., 28., 57.), Svensson (75.) bzw. Abdellaoue (38./Elfmeter), Johansen (43.)

Ungarn - Tschechien 1:1 (0:1)
Budapest. Tore: Dzsudzsak (57./Elfmeter) bzw. Kozak (23.)
Anm.: Ungarn mit Szabics (Sturm/ab 89.)

Mazedonien - Bulgarien 2:0 (0:0)
Skopje
Tore: Pandev (83./Elfmeter), Trajkovski (86.)

Albanien - Armenien 2:0 (1:0)
Tirana
Tore: Rama (21.), Kace (67.)

Liechtenstein - Kroatien 2:3 (1:1)
Vaduz
Tore: Christen (31), Polverino (77.) bzw. Eduardo (21., 86.), Rebic (67.)
Anm.: Liechtenstein mit Teamchef Rene Pauritsch, Polverino (WAC/spielte durch) und Wieser (Ried/bis 90.)

Rumänien - Slowakei 1:1 (1:0)
Bukarest
Tore: Stancu (44.) bzw. Sestak (56.)

Ukraine - Israel 2:0 (1:0)
Kiew
Tore: Rotan (29.), Selesnjow (72.)

Kolumbien - Serbien 1:0 (0:0)
Barcelona
Tore: Guarin (89.)

Türkei - Ghana 2:2 (2:0)
Istanbul
Tore: Yilmaz (7.), Bulut (28.) bzw. A. Gyan (61., 75.)

Moldawien - Andorra 1:1 (1:1)
Chisinau
Tore: Dedov (42.) bzw. Sonejee (16.)

Chile - Irak 6:0 (5:0)
Bröndby
Tore: Mena (8.), A. Sanchez (22., 29.), Beausejour (37., 45.), Henriquez (80.)

Luxemburg - Litauen 2:1 (0:1)
Luxemburg
Tore: Joachim (48.), Bensi (80.) bzw. Matulevicius (15.)

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