Sport | Fußball
05.12.2011

Sturms Meisterliche Empfehlungen

Erst drei Klubs erreichten bisher die Champions-League-Gruppenphase - den größten Erfolg feierte Sturm.

Danke, Helge Payer. Der Rapid-Goalie beschenkte Sturm mit seinem Patzer beim 0:1 nicht nur mit dem ersten Saisonsieg in der Bundesliga, sondern auch mit einer kräftigen Portion Selbstvertrauen.

Dieses können die Grazer am Dienstag im Play-off-Hinspiel in Minsk gegen BATE Borisow gut brauchen, um den ersten Schritt Richtung Champions-League-Gruppenphase zu setzen. Dort standen erst drei österreichische Vereine - verteilt auf sechs Teilnahmen.

Das Meisterstück

Sturm war in der Saison 2000/2001 gar nicht als Meister in die Qualifikation gestartet. Danach überstand Sturm als bisher einziges österreichisches Team die Gruppenphase. Sturm wurde sogar vor Galatasaray, Glasgow Rangers und Monaco Erster - obwohl es in Glasgow und Monte Carlo 0:5-Pleiten gab.

Legendär war das letzte Gruppenspiel in der Türkei: Nach Sturms Ausgleich zum 2:2 kurz vor dem Ende zogen sich beide Mannschaften zurück. Weil nämlich auch die Rangers und Monaco remisierten, stiegen beide Teams auf. In der Zwischenrunde (diese wurde damals auch noch in Gruppen gespielt) war dann Endstation. Zwar wurde gegen Panathinaikos zwei Mal gewonnen, aber gegen Manchester United und Valencia ebenso oft verloren.

Dann ging es abwärts: Der Größenwahn von Präsident Hannes Kartnig gipfelte im Konkurs Ende 2006. Dabei wurde auch zuvor schon in der Gruppenphase der Eliteliga gut verdient: Beim ersten Antreten gab es 1998/'99 nur einen Zähler (0:0 bei Minusgraden in Moskau gegen Spartak).

Ein Jahr später ging's schon besser - nach zwei Heimsiegen gegen Croatia Zagreb (heute wieder Dinamo) und Olympique Marseille kam Sturm mit sechs Punkten auf Platz drei und damit in die dritte Runde des UEFA-Cups, wo es gegen Parma im Elferschießen zum Abschied kam. Der damalige Spieler Jan-Pieter Martens erinnert sich: "Die Kameradschaft war in den Jahren 1997 bis 1999 besser, aber das Team 2000/'01 hat noch mehr Qualität gehabt."

Die Premiere

1991/1992 gab es die erste Gruppenphase in der Meisterklasse, die ein Jahr später Champions League getauft wurde. Bei der vierten war 1994/1995 bereits ein österreichisches Team vertreten: Austria Salzburg verabschiedete sich nur aufgrund eines kuriosen UEFA-Urteils. Beim 0:3 in Mailand kam es zu Ausschreitungen, Tormann Otto Konrad wurde mit Flaschen beworfen. Milan wurden die Punkte abgezogen, die Treffer aber zum Torverhältnis dazugezählt. Deshalb fehlte dem Baric-Team ein Tor zum Aufstieg.

Der Punktelieferant

Rapid holte in zwölf Spielen in der Gruppenphase zwei Punkte. Gegen Juventus und Fenerbahçe gab es jeweils ein 1:1 zu Hause, gegen Manchester United zwei Niederlagen. Keinen Punkt gab es 2005/'06 unter Trainer Josef Hickersberger gegen Juventus, Bayern und den FC Brügge.

Rapid war damals das fünfte Team nach Kosice ('97/'98), Fenerbahçe ('01/'02), Spartak Moskau ('02/'03) und Anderlecht ('04/'05), das die erste Gruppenphase mit null Punkten abschloss. Mittlerweile gesellten sich Lewski Sofia ('06/'07), Dynamo Kiew ('07/'08), Debrecen, Maccabi Haifa (jeweils '09/'10), Zilina und Partizan Belgrad (jeweils '10/'11) dazu.

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