Sport | Fußball
05.12.2011

Sturms Champions-League-Traum vorbei

Die Grazer unterliegen Weißrusslands Meister Bate Borisow daheim mit 0:2 und verpassen somit die Teilnahme an der Königsklasse.

Hunderte Fans ließen die Sturm-Spieler hochleben, als sie zwei Stunden vor Spielbeginn im schwarz-weißen Bus zum Stadion fuhren. Tausende Fans marschierten vier Stunden später niedergeschlagen nach Hause.

Sturm musste sich im Play-off-Spiel BATE Borisow mit 0:2 geschlagen geben und verabschiedete sich nach dem 1:1 im Hinspiel von der Champions League. Qualifiziert haben sich die Steirer für die Gruppenphase der Europa League. Besser gesagt, sie sind dorthin abgestiegen.

Heißer Beginn

Die Champions-League-Fanfare ertönte, während sich die Sturm-Spieler auf dem Platz aufwärmten. Die 15.100 Fans, unter die sich auch rund 300 Weißrussen gemischt hatten, waren schon zu Beginn heiß auf ein Spektakel. Bei 30 Grad im Grazer Oval versuchten auch die Sturm-Spieler, den Gästen nicht viel Platz zu lassen und selbst initiativ zu werden. Da die Gäste dasselbe vorhatten, war der Beginn sehr interessant. Hölzl und Szabics, der nach der Verletzung von Kienast den Alleinunterhalter im Angriff geben musste, scheiterten an Borisow-Goalie Gutor, dafür rettete Gratzei bei einem starken Schuss von Kontsewoj. Das alles schon in der ersten Viertelstunde.

Sturm bekam in der Folge mehr Räume, weil die Gäste ein Tor für den Aufstieg benötigten. Vor allem die Flankenspieler Wolf und Hölzl bekamen die Freiräume, die zumeist in Strafraum-Nähe ein jähes Ende nahmen.

Strafe

Bestraft wurden die Steirer. Wolodko lief seelenruhig alleine im Mittelfeld, und lief und lief - und bezwang Gratzei mit einem unhaltbaren Schuss aus rund 25 Metern. Im Gegenzug wurde Szabics wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Unverwüstlich: die Grazer Fans, die noch immer sangesfroh waren, als hätte ihr Klub die Champions League gewonnen. Es wurden mit der Zeit Hassgesänge daraus, weil Schiedsrichter Eriksson, ein Millionär aus Schweden, eine recht armselige Partie ablieferte und nicht unbedingt Heimtendenz walten ließ.

Auswärtsstärke

Den Grazern fehlte vorne fehlte der verletzte Kienast als Vollstrecker. Mit Haas kam zur Pause zumindest einer ins Spiel, der einst ein gefürchteter Torjäger war. Die Gäste setzten im Konterspiel auf ihre Auswärtsstärke, die sie in der Vorsaison bis in die K.o.-Phase der Europa League gebracht hatte. Und Sturm setzte alles auf eine Karte, Haas scheiterte an Gutor, Szabics ebenso, auch Hölzl hatte den Ausgleich auf dem Fuß. Getroffen haben aber wieder die Gäste: Simic verwertete einen Freistoß per Kopf zur Entscheidung zugunsten der reiferen Weißrussen.

Sturm drängte bis zum Schluss, blieb aber erstmals in dieser Europacup-Saison ohne Tor. "Uns hat die individuelle Klasse gefehlt, auch mental waren wir dieses Mal nicht so stark. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen", sagte Trainer Foda.

Dennoch: Weder gegen den ungarischen Meister Videoton, noch gegen den georgischen Champion Zestafoni hat Sturm zuhause so stark gespielt. Und gerade dieses Spiel brachte das Ende aller Träume und die Fahrkarte für die Europa League. "Unmittelbar nach dem Match ist das nur ein schwacher Trost", sagte Mittelfeldmotor Jürgen Säumel.

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