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11.01.2012

Sturm-Präsident stellt Amt zur Verfügung

Gerald Stockenhuber begründet seinen Abschied mit Uneinigkeit im Vorstand über anstehende Beschlüsse.

Trainer Franco Foda wird Sturm Graz im Sommer verlassen, der Präsident geht voran: Gerald Stockenhuber stellt am 17. Jänner bei einer außerordentlichen General-versammlung sein Amt zur Verfügung.

Stockenhuber, der 2010 den jetzigen Bundesliga-Präsidenten Hans Rinner abgelöst hatte und erst im Jänner 2011 für weitere vier Jahre gewählt worden war, gibt Auffassungsunterschiede im Vorstand als Grund an: „Zuletzt gab es zu oft divergierende Sichtweisen von Mitgliedern des Vorstandes und mir als Präsidenten.“

Fall Foda

Stockenhuber ist längst nicht mehr der starke Mann bei Sturm Graz. Zwei Ereignisse haben für großes Misstrauen unter seinen Vorstandskollegen gesorgt. Zum einen der Fall Franco Foda. Der Deutsche hatte im Vorstand nicht mehr viele Sympathisanten, Stockenhuber hielt wie sein Vize Johann Jauk zum Coach und wollte den Vertrag des Meistertrainers unbedingt verlängern. Dazu kamen unsinnige Zwistigkeiten mit Foda, die mittlerweile (offiziell) ausgeräumt sind. Eines ist klar: Nach dem Verlust des Fürsprechers wird Foda garantiert nicht mehr verlängern.

Fall Palme

Auch die Causa Palme hat Stockenhuber geschadet. Heinz Palme hatte von Sturm im März 2011 bereits eine mündliche Zusage erhalten, ehe ihm aus nichtigen Gründen abgesagt wurde. Palme ging vor Gericht und dürfte beim Urteilsspruch im Februar als Sieger den Gerichtssaal verlassen.

Gebrodelt hat es schon länger in Graz. Erst vor kurzem hat Finanzvorstand-Stellvertreter Herbert Ritter den Verein verlassen.

Damit findet das düstere Kapitel "Sturm und seine Präsidenten" seine Fortsetzung. Nach dem Fall Hannes Kartnig und dem Konkurs 2006 übernahm Hans Fedl die Agenden, 2007 Hans Rinner, der im Mai 2010 nicht ganz freiwillig den Posten verlassen musste. Rinner ist auch Kandidat auf eine Rückkehr ins Präsidentenamt, Rinners ehemaliger Vizepräsident Christian Jauk ist in Graz ebenso ein Thema. Möglich ist auch, dass ein Sponsor zu Präsidenten-Ehren kommt.

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