Sport | Fußball
01.03.2015

Stöger: "Ich bin nicht in Ehrfurcht erstarrt"

Gelassen gab sich Köln-Trainer Peter Stöger nach der Niederlage gegen David Alabas Münchner.

KURIER: Wie zufrieden sind Sie mit der Partie?
Peter Stöger:
Das Ergebnis ist natürlich ein klares. Auf der anderen Seite waren wir zwischenzeitlich dabei, eine Überraschung zu liefern. Wir hatten beim Stand von 2:1 zwei gute Möglichkeiten auf den Ausgleich. Am Ende sind vier Stück gegen die Bayern gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass es nach zehn Minuten 2:0 gestanden ist. Wir haben ganz, ganz schlecht begonnen.

David Alaba: Wir haben sehr gut begonnen, aber nach 20 Minuten aufgehört, Fußball zu spielen. Nach dem Gegentor und der Halbzeit hatten wir noch immer nicht das richtige Gefühl für das Spiel des Gegners. Köln hat das in dieser Phase gut gemacht und versucht, auszugleichen. Unterm Strich war der Sieg aber verdient.

Wie schwierig ist es, sich auf die Facetten der Bayern einzustellen? Diesmal haben sie z.B. von Dreier- auf Viererkette umgestellt.
Stöger:
Sie haben einige Spieler, wie den David, die auf verschiedenen Positionen spielen können. Daher ist ihr System einigermaßen flexibel. Ich hab’ aber sogar damit spekuliert, dass sie gegen uns so spielen, auch nur mit einem Sechser. Dafür mit Götze und Müller und den drei Jungs vorne (Robben, Lewandowski, Ribéry, Anm.). Wir sind also nicht überrascht worden.

Bei den Bayern laufen lauter Weltstars herum. Würden Sie solche Spieler nach einem schlechten Spiel in der gleichen Art und Weise kritisieren, wie weniger prominente Spieler?
Stöger:
Aufgabe des Trainers ist es, anzusprechen was man sieht. Egal ob in der Oberliga oder in bei der weltbesten Mannschaft wie den Bayern. Da gibt’s keinen Unterschied, sonst hat man den Trainerjob in irgendeiner Weise verfehlt. Es geht immer um die Wortwahl. Und auch die Themen sind die Selben.

Macht es für Sie als Spieler einen Unterschied, von einem Trainer kritisiert zu werden, der zuletzt bei Austria Wien gearbeitet hat, oder beim FC Barcelona?
Alaba:
Nein, der Trainer ist dafür da, um mich als Spieler weiter zu bringen. Da gehört auch Kritik dazu. Das muss man als Spieler immer annehmen.

Wie würde heute die Kritik für den Spieler Alaba ausfallen, nachdem er beim Gegentor den Kölner Ujah nicht am Kopfball gehindert hat?
Stöger:
Ujah ist ein sehr guter Kopfballspieler und alles kann man nicht verteidigen. Das ist eine Situation gewesen im Spiel, ich habe aber auch sehr viele Situationen gesehen im Spiel, wo David uns das Leben wahnsinnig schwer gemacht hat. Das muss man dann halt auch sehen.

Alaba: Ich bin ohnehin selbstkritisch. Das Gegentor war natürlich mein Fehler, da muss ich besser stehen. Ich hab versucht, ihn wegzuschieben und dachte, das würde reichen. Das nehm’ ich auf meine Kappe.

War es für Sie persönlich ein Highlight, in München gegen die Bayern zu spielen?
Stöger:
Es war nicht so, dass ich in Ehrfurcht erstarrt bin. Seit ich in Deutschland bin, habe ich unglaubliche Spiele erlebt. Sicher, gegen dieses Starensemble zu spielen, ist außergewöhnlich. In der zweiten Liga am Sonntag um 13.00 Uhr in Köln gegen Sandhausen 50.000 Fans im Stadion zu haben, ist aber nicht minder außergewöhnlich. Ich bin sehr froh, hier arbeiten zu dürfen.

Was trauen Sie Peter Stöger und den Kölnern in dieser Saison noch zu?
Stöger:
Überleg’ dir jetzt, was du sagst.

Alaba: Sie sind nicht umsonst in die Bundesliga aufgestiegen, da gehören sie auch her und das haben sie auch schon bewiesen. Auch diesmal wieder. Ich glaube, dass sie auf einem sehr guten Weg sind und in der Liga bleiben werden.

Wird es den Trainer Stöger und Spieler Alaba irgendwann einmal gemeinsam geben?
Alaba:
Warum nicht? Was ich so mitbekommen hab’, leistet er gute Arbeit.

Stöger: David kann nächstes Jahr gerne nach Köln kommen. Ich würde ihn nehmen. Er kann sich die Position aussuchen.