Schlicht & schön: Die Lavanttal-Arena ist hell und freundlich gestaltet. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2012 wurde die Zuschauerkapazität auf 7300 erhöht.

© Christina Leitner

Stadiontest – Teil 6
08/25/2013

Von modernen Mauern und Lavanttaler Launen

Die Heimstätte des WAC ist die nächste Station der Bundesliga-Serie des KURIER.

von Christina Pertl

Die Kommunikation ist die Waffe des Kärntners. Zumindest auf jenen Mitt-Vierziger, der auf der Westtribüne an Bundesliga-Tagen den Lavanttaler Co-Kommentator mimt, trifft das zu. Von Kopf bis Fuß in WAC-Insignien gehüllt, sorgt der stimmgewaltige Herr dafür, dass eigentlich keiner in Sektor A mehr auf’s Spielfeld schauen müsste. Jeder Schritt der Wolfsberger wird ohnehin kommentiert, jede Regung von „Falki“, „Topo“ und Co. interpretiert.

„Da Kerhe is frei, da Kehre, da Kerheee!!!“, ruft der Freund der Wiederholung und klopft der Tochter neben sich aufgeregt auf den Schenkel. „Schau, he, wia der laft, der laft, der laft.“ Die junge Dame schaut und sieht, wie ein langer Ball Manuel Kerhe, den angesprochenen Wirbelwind im Kärntner Mittelfeld, wieder nicht erreicht. „Geh’ bitteee, wos mocht’n da Hund, he?“ Dem Lautsprecher gefällt’s nicht. Er bestraft sein Team mit Schweigen – ungefähr eine Leberkässemmel-Länge lang.

Inzwischen übernimmt der tatsächliche Stadionsprecher: „In der Pause is bei den Gästen noch a Zweiter in der Kabine geblieben. Wer des woar, kann i euch leider nit sogn, do woar i grod unaufmerksam. Tuat ma lad.“ Zumindest ehrlich ist er.

Urlaub bei Freunden

Das Sportzentrum in Wolfsberg wirkt freundlich, erinnert irgendwie an Schullandwoche. Vielleicht sind es das Bergpanorama und die grünen Wiesen; Vielleicht ist es aber auch der Junge in der Badehose, der barfuß aus dem Schwimmbad stürmt, während die Fußball-Freunde am Parkplatz noch versuchen, ihre Autos so effizient, wie möglich entlang der Thujenhecke zu schlichten.

2012 wurde die Heimstätte des WAC zuletzt umgebaut, dem Aufstieg in die höchste Spielklasse sei’s Dank. Die Jugend sieht man der Arena mit der charmanten Holz-Optik an. Das Damen-WC (Einzahl!) unter der Westtribüne sieht so sauber und neu aus, als wäre es erst kurz vor dem Einlass fertig gemauert worden. Für den Essensstand wurde hingegen kein fixer Standort eingeplant, das birgt Vor- und Nachteile. Einerseits wird der Leberkäse in der Vitrine von der tiefstehenden Sonne, die unter das Holzdach heizt, warm gehalten. Andererseits sieht die Dame hinter der mobilen Theke auch schon recht durch aus.

Die Lavanttal-Arena

Heimvorteil: RZ Pellets WAC

Kapazität: 7300 Zuschauer (2000 Sitzplätze).Nächstes Heimspiel: 14. 9., 19 Uhr gegen Admira Wacker.

Die Arena in Wolfsberg wurde 1988 eröffnet und ist die Heimstätte des Wolfsberger AC, der 20 Saisonen lang in Österreichs zweithöchster Spielklasse vertreten war.

Ab 2007 schloss der WAC eine Kooperation mit dem Nachbarn SK St. Andrä, die mit dem Aufstieg in die Bundesliga 2012 gelöst wurde. Um die Richtlinien der obersten Spielklasse zu erfüllen, wurde die Lavanttal-Arena umgebaut: Eine neue überdachte Sitzplatztribüne und ein Stehplatz-Sektor für 1000 Gästefans wurden für rund 2,5 Millionen Euro errichtet.

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