Sport | Fußball
05.12.2011

Sprechverbot für Arnautovic

Arnautovic ist beim Team und schweigt. Constantini: "Es ist gescheiter, wenn er sich aufs Training konzentriert."

Marko Arnautovic präsentierte sich bei seiner Rückkehr in die österreichische Nationalmannschaft ungewohnt wortkarg. Laut offiziellen Angaben entschied der Legionär von Werder Bremen in Absprache mit der ÖFB-Führung, bis zum EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Gelsenkirchen gegen Deutschland keine öffentlichen Stellungnahmen abzugeben.

So blieb es anderen vorbehalten, über den streitbaren Offensivspieler zu sprechen. "Es ist gescheiter, wenn er sich aufs Training konzentriert", meinte Dietmar Constantini.

Warum er Arnautovic erstmals seit März wieder in den Kader berief? "Ausschlaggebend war, dass er mich angerufen hat und wir uns ausgetauscht haben, und dass ich mit seinem Trainer Thomas Schaaf gesprochen habe, und der hat gemeint, es ist in Ordnung", erzählte Constantini, der nach wie vor eine hohe Meinung vom 22-Jährigen hat. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann."

Letzte Chance

Die Vorfälle in Istanbul, wo Arnautovic nach der 0:2-Niederlage in der Kabine mit Stefan Maierhofer aneinandergeraten war, wollte der Teamchef nicht überbewerten. "Wenn man zweimal hintereinander verliert, kann es schon passieren, dass ein Frust da ist", sagte Constantini und betonte, er habe vor der Nachnominierung von Arnautovic mit jenen Spielern gesprochen, die dem Werder-Stürmer am reserviertesten gegenüberstehen - dazu zählen vor allem die arrivierten Teamspieler.

Der Tiroler machte Arnautovic nach eigenen Angaben aber auch klar, dass er sich keine weiteren Verfehlungen leisten könne. "Ich habe ihm gesagt, was Sache ist. Wenn das nicht eingehalten wird, ist er weg", erklärte Constantini. Er habe in ersten Gesprächen mit seinem "Enfant terrible" im ÖFB-Camp in Bad Tatzmannsdorf einen "ganz guten Eindruck" bekommen, außerdem sei Arnautovic von der Mannschaft gut aufgenommen worden.

Weniger über ihn sprechen

Die restlichen Teamspieler waren bemüht, der Rückkehr von Arnautovic, der in Bad Tatzmannsdorf ein Einzelzimmer erhielt, keine allzu große Bedeutung beizumessen. "Wir sollten weniger über ihn sprechen, und er soll die Chance bekommen, seine Qualität mit Leistung zu zeigen", forderte Martin Harnik.

Laut Kapitän Mark Janko wurde mit Arnautovic über die Vorfälle vom März nicht gesprochen. "Das ist Vergangenheit. Wenn er zum Erfolg beitragen kann, freuen wir uns. Wir wollen gemeinsam an einem Strang ziehen", meinte der Twente-Goalgetter. "Wir wissen, dass er der Mannschaft viel Qualität geben kann, und ich denke, dass er jetzt hoffentlich auch die Kurve gekriegt hat."

Das "Sprechverbot" für Arnautovic bewertete Janko positiv. "Für die Journalisten ist es nicht gut, weil sie weniger zu schreiben haben. Aber für uns ist es sicher kein Nachteil."