Sport | Fußball 15.04.2012

Später Lohn für Sturm gegen Salzburg

Eine chaotische Woche geht für die Grazer mit einem 2:2-Remis gegen den Leader zu Ende.

Ted Herold sang 1960 "Auch du wirst gehen." Paul Gludovatz wird sich an die Schnulze aus seiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit gut erinnern und wird diese vielleicht als Marschroute für seinen neuen Job als Sport-Geschäftsführer mitnehmen.

Der bald 66-Jährige, der bei Trainer Franco Fodas Abschied ebenso keine glückliche Figur machte ("Da sind Fehler passiert"), kündigte bereits an, dass der Kader reduziert wird. Am Samstag feierte Gludovatz wie Aushilfstrainer Thomas Kristl gegen Titelfavorit Salzburg sein Debüt – es glückte mit einem 2:2, das durch ein Tor in der 92. Minute sichergestellt wurde.

Wenn Fetzen fliegen könnten, dann taten sie es diese Woche in Graz. So turbulent die vergangenen Tage waren, so turbulent verlief auch die Anfangsphase im Spitzenspiel: Junior Kainz stellte schon nach drei Minuten nach Vorarbeit von Kröpfl auf 1:0. Kurz darauf wurde ein Treffer von Okotie nach einer Abseitsstellung zu Unrecht aberkannt. Statt 2:0 stand es 1:1. Weil Maierhofer in der achten Minute per Kopf für den Ausgleich sorgte, nachdem es sich Sturms Abwehr gemütlich gemacht hatte.

Das Spiel war gut. Sturm wirkte nach dem Trainerwechsel eher befreit, kombinierte schnell und bot dem Titelfavoriten Salzburg ein für österreichische Verhältnisse erfreulich schönes Fußballspiel.

 

Aufschwung

Vor allem deshalb, weil neue Kräfte Schwung brachten. Bukva und Debütant Kröpfl, unter Foda zumeist nur gut bezahlte Spaziergänger, stellten die Salzburger immer wieder vor Probleme, auch wenn manche Pässe im Niemandsland landeten. Und Okotie zeigte sein bestes Spiel im Sturm-Leiberl.

Die Fans, die nach der 2:4-Cuppleite Taten sehen wollten (Transparent: „Da hat es uns die Sprache verschlagen“), wurden auch nach der Pause belohnt. Sturm spielte weiterhin offensiv, nachdem auch Salzburg brav nach vorne spielte, blieb es ein attraktives Spiel. Kainz, Koch und Verteidiger Burgstaller vergaben für Sturm gute Chancen, auf der Gegenseite scheiterte Teigl.

Das Ende war interessant wie der Beginn: Zunächst traf Jantscher in der 80. Minute per Kopf nach einem Abpraller von der Latte zur Führung, in der 92. Minute glich Wolf nach einer Bodul-Flanke aus. Mendes vergab eine Minute später den Matchball für die Gäste.

Thomas Kristl machte nicht nur als Trainer, sondern auch als Philosoph eine gute Figur: 2Reibung erzeugt Leistung.2 Der Deutsche meinte damit, dass es Konflikte geben muss, damit die Spieler auch brillieren. Und die gab es ja im Fall Foda. "Die Mannschaft hat das Negative gut weggesteckt." Salzburg-Coach Moniz fehlte die Leidenschaft bei seinen Spielern.

 

Chance für Rapid

Rapid hat damit am Sonntag im Wiener Derby gegen die Austria die Chance, die Tabellenführung zu übernehmen. Der Rekordmeister liegt derzeit zwei Punkte hinter Salzburg auf Rang zwei.

 

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( Kurier ) Erstellt am 15.04.2012